Berichterstattung über die Identitäre Bewegung in der „Freitag“ Community

Nun haben also die „Identitären“ in Deutschland ihre erste Aktion durchgeführt und sich somit  auch ein bisschen Berichterstattung eingehandelt. Und zwar in der „Community“-Sparte beim  Freitag, verfasst von einem TKAISER. Was ich von der „Identitären Bewegung Deutschlands“ halte, soll an anderer Stelle ausführlich behandelt werden. Jetzt geht es um die Berichterstattung. Denn die zieht beinahe wieder alle Register um die Faschismuskeule zu schwingen.

Berichtet wird von der Aktion der IBD (bzw. der Frankfurter Abteilung) die bei der Eröffnungsveranstaltung der interkulturellen Woche mit „Multikulti wegbassen“-Schildern und Masken ein bisschen gestört haben. Das war die erste Aktion auf deutschen Boden. Eine vergleichbare, wenn auch mit mehr Menschen, durchgeführte Aktion in Wien, wurde von der dortigen Presse als „rassistischer Übergriff“ dargestellt. Dabei wurde auch hier nur mit Masken getanzt. Eine Teilnehmerin der gestörten Wiener Caritas-Veranstaltung tanzte zu dem mit den Identitären. Soviel zur Sachlage. Jetzt zur Freitags Berichterstattung/Meinungsäußerung:

Zunächst einmal macht sich der Autor über die Protestaktion lustig:

„… Meine Gefühle während dieser etwas skurrilen Darbietung: ein Gemisch aus Fremdscham und Belustigung. Meine Gedanken: „Ächz. Die neuen Rechten versuchen wieder, kreativ zu sein“. …“

Ich kenne ja die Meinung des Autors zu den „Pussy Riot“-Auftritten nicht aber denke, dass in bunten Klamotten in einer Kirche rumzuhüpfen doch sicher dann nicht minder „fremdschämwürdig“ sein müsste, oder?

In kurzer oberflächlicher Abhandlung setzt er sich mit den Inhalten der IBD auseinander. An Schlagworten macht er fest, das es sich inhaltlich um „Neue Rechte“ handelt. Anschließend spricht er noch eine Ähnlichkeit des IBD-Manifests mit den Manifest des Terroristen Breiviks (Damit kann man dann bei „Rechte bringen Menschen um – immer!“ einen Haken machen) an nur um dann zu einer Strichliste überzugehen, die die IBD seiner Meinung nach erfüllt und damit wohl als faschistisch abgehakt ist:

„Nationalismus, Antimodernismus, Antiintellaktualismus, martialisch angehauchtes Vokabular, Konstruktion homogener Feindbilder, Konstruktion einer homogenen, bedrohten Gemeinschaft …“.

Och, nein!  Ist es ist ja nicht so, dass er nicht minder radikal wäre. Er erfüllt da in meiner Checkliste dann folgendes:

„Antinationalismus, Antitraditionalismus, lockeres Vokabular, radikaler Intellektualismus, Konstruktion homogener Feindbilder („Die Rechten“), Konstruktion einer homogenen, bedrohten Gemeinschaft: hier die „offene Gesellschaft“ in der alle gleichgesinnte Weltbürger sind.“

Ergo, das Gleiche nur unter anderen Vorzeichen. Er ist natürlich nicht anfällig für solches, rechte Gedankengut, aber die bösen Deutschen haben bei bei der Emnid-Umfrage zu „40 – 50%“ angegeben, dass sie sich von fremden Kulturen bedroht fühlen. Also warten schon Scharen von jungen Menschen die sich erneut als Mitläufer (Wie bei den Nazis! Wie damals! Schon wieder!) betätigen werden. Deswegen den Ball flachhalten und keine Werbung für „die Patrioten“ machen. Doch ausgerechnet am Ende des Textes spricht er dann den Punkt an, der ein Hauptpunkt vieler junger, patriotischer Bestrebungen ist:

„… Denn eins ist klar: wenn offensichtlich wird, dass große Teile der Bevölkerung sich im Vergleich zu Minderheiten im Nachteil fühlen und wenn diese Menschen sich nicht darüber im Klaren sind, wie widersprüchlich das ist, dann haben wir es auch mit einem Kommunikationsvakuum zu tun, das aus Verdrängungs- und Verleugnungsprozessen im gesellschaftlichen Diskurs entstanden ist. Und dieses Vakuum werden die „Identitären“ sehr gerne ausfüllen.“

Natürlich baut er auch hier eine Notbremse ein: „wenn diese Menschen [die Mehrheit; Anm. cundar] sich nicht darüber im Klaren sind, wie widersprüchlich das [Sich von einer Minderheit bedroht zu fühlen; Anm. cundar] ist,…“.

Wieso ist das widersprüchlich? Nur weil wir – noch – viele sind, sagt das nichts darüber aus, wie gefährlich eine Minderheit sein kann und wie sich deswegen eine Mehrheit von dieser bedroht fühlen kann. Wie viele Leute hat es letzendes gebraucht Amerika zu kolonialisieren?
Wenn diese Minderheit im Gegensatz zur Mehrheit eine Identität haben darf, man auf ihre kulturellen Wurzeln Rücksicht nehmen muss, ja sogar  fremden völkischen Interessen entgegengekommen wird – aber im Gegenzug das Eigene verleugnen muss bzw. mit ansehen, wie es tagtäglich weiter dekonstruiert wird, dann fühlt man sich bedroht. Und wenn diese Angst dann leichtfertig abgetan wird, kränkt man Menschen.

Natürlich geht es nicht darum der Angst einfach nachzugeben. Das wäre kindisch und führt zu diesen romantischen Homogentitätsvorstellungen, die auf nationaler wie auf internationaler Ebene Hunderten von Millionen Menschen bereits das Leben gekostet hat. Es geht zunächst darum dieses irrwitzige Experiment der Unidentität die sich im Über-Individuellen (der reine [!] moderne Weltbürger ist hier gemeint) versteckt oder der schizophrenen Multiidentität wie sie die „Multikulturelle Gesellschaft“ hervorbringt, zu beenden.

Es geht darum die vielen kulturellen Identitäten die schon existieren anzuerkennen und die Menschen die dort Leben, diese gemeinsame Identität leben zu lassen. Damit erhält man noch das Wissen von einem Gemeinwesen, von einer Gemeinschaft, da man die gleiche Identität teilt und somit einen Handlungsrahmen hat, der konkret ist. Die Leute wissen dann worum es geht und auf Landesebene, wissen sie zu welchem Volk sie gehören. Damit erhält man das „Demos“ in der Demokratie, das „Volk“ in der „Volksherrschaft“. Das Idealbild vom gottgleichen, wurzellosen und nomadisch lebenden Menschen – wie das Idealbild des Weltbürgers gerne gezeichnet wird – der nur durch beliebige „Gesellschaften“ Bindung und Verantwortung gegenüber Mitmenschen annehmen soll, wird durch schiere Masse an Menschen und die Form unseres Planeten schon ausgehebelt. Während die einen wachen, müssen die anderen schlafen. Bei den einen ist es kalt, bei den anderen heiß. Ungleichheit.

Die Globalisierung mag den technischen Weltbürger ermöglichen aber der organische Mensch wird den Planten mit seinen Wurzeln spüren… Und sie deswegen verteidigen.

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