Cundars Presseschau vom 8. November

Einige Artikel: „Imperien können auch gut sein“; Rechtsextremer Schornsteinfeger bekam den „schwarzen Peter“; Ein Preis des Wortes für einen Aufstand der Geschlechtsteile; Sinti und Roma sind nicht das Problem…; Etablierte Denunziation-Schickeria

Rechtsextreme Schornsteinfeger bekam den „schwarzen Peter“
Wenn jemand „beim Staat arbeitet“ (nicht als Beamter aber als „Beliehener“), in fremder Leute Wohnungen geht um dort den Kamin zu reinigen, sollte er eine gewisse Neutralität mitbringen und verinnerlicht haben.
Wenn so jemand in seiner Freizeit dann den Mördern von unschuldigen Leuten „gedenkt“ und sich damit gegen seinen Arbeitgeber und seine „Kunden“ stellt, sollte er damit rechnen seine Arbeitsstelle zu verlieren.
So geschehen beim Schornsteinfeger Battke. Und die humoristische oder einfach geschmacklose Aufarbeitung auf lachschon.de (eine der obszönsten und unlustigsten Seiten des deutschsprachigen Raums).

„Imperien können auch gut sein“
Irgendwie hat man mir in der Schule beigebracht, Imperien sein böse. Ich fand das damals schon scheiße, weil ich spätestens seit Star Wars wusste das ein Imperium verdammt „cool“ sein kann. Größenwahn und Versklavung ist zwar doof aber so ein fetter, mächtiger Apparat der überall zuschlagen und verschiedene Gruppen binden kann um „Frieden und Ordnung“ zu sichern, ist schon was feines. Weil kein galaktisches Imperium zugegen war, wand ich mich Vergangenheit und Gegenwart zu: China, Rom, Byzanz, HRRDN, Osmanisches Reich und die „Vereinigten Staaten von ‚Merica“ und die damals für mich frische „Europäische Union“! Beeindruckend.

Das findet auch Berthold Seewald in der Welt. Ein Kommentator fragte ob Herr Seewald etwas getrunken hätte, immerhin zitiert er recht unkritisch ein Buch von Burbank und Cooper die die EU als eine der „innovativsten Großmächte“ bezeichnen und den Imperialismus der VSA (USA) loben.

„‚Die Europäische Union hat die politische Loyalität der meisten Menschen auf ihren Territorien nicht sicher gewonnen, aber ihre Führer haben die Möglichkeit, gegenüber äußeren Mächten geschlossen zu handeln und zu versuchen, Konflikte unter Mitgliedsstaaten einzudämmen.‘ Auch das ist eine bemerkenswerte Leistung eines Imperiums.“

Alles klar. Prost! (Meine Einstellung zu Imperien hat sich etwas gewandelt 🙂 )

Ein Preis des Wortes für einen Aufstand der Geschlechtsteile
Es steht im Raum das die russische Punk-Rock-Band(e) den Preis „Das unerschrockene Wort“ bekommen sollen. Die wurden für ein „Punk-Gebet“ in einer Kirche in Russland übertrieben scharf verurteilt und sitzen derzeit in einem russischen Arbeitslager ein. Unschön aber in Deutschland hätte es sie auch treffen können:
„Wer den Gottesdienst oder eine gottesdienstliche Handlung einer im Inland bestehenden Kirche oder anderen Religionsgemeinschaft in grober Weise stört oder an einem Ort, der dem Gottesdienst einer solchen Religionsgemeinschaft gewidmet ist, beschimpfenden Unfug verübt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Dem Gottesdienst stehen entsprechende Feiern einer im Inland bestehenden Weltanschauungsvereinigung gleich.“
Einen Preis hätten sie also vom Recht weg, nicht verdient. Kann man erneut in der Welt lesen. Lesenswert. (Altes Motto von Punks ist ja angeblich „Legal. Illegal. Scheißegal.“ – interessant das sie sich doch plötzlich bei den Gläubigen entschuldigt haben.)

Sinti und Roma sind nicht das Problem
Wie würde man diesen SP-TV-Beitrag politkorrekt beschreiben? Ein Versuch [natürlich lasse ich alle Stellen weg, in dem sich der Beitrag um die katastrophalen Bedingungen unter dem manche  Zigeuner leben müssen – dank der Hausbesitzer – kümmert, weg. Denn der SPON-Beitrag ist böse. Muss böse sein.]:
Spiegel-TV hat wieder einen furchtbaren tendenziösen und rassistischen Beitrag geschaffen, der die „deutsche Volksseele“ zum Kochen bringen wird. Erneut berichtet Spiegel-TV über befremdliche Erzeugnisse und Verhaltensweisen von Menschen aus Bulgarien und Co. und lässt dabei Raum für rassistische und antiziganistische Äußerungen scheiß weißdeutscher Renter und Polizisten („Deutsche Polizisten schützen die Faschisten!“). Denn es ist nicht das Problem, dass die „Einwanderer“ ein Verhalten zeigen, dass den etablierten und hart erkämpften Sitten und Gesetzen der Deutschen krass widerspricht, sondern dass die benachbarten Deutschen nicht tolerant genug gegenüber diesen Menschen und ihren fremden Sitten, Verhaltensweisen und Kulturen sind. Wirklich was tun kann der Staat anscheinend nicht. „Zigeuner“, Polizisten und Anwohner scheinen sich selbst überlassen…

Etablierte Denunziation-Schickeria
Das Deutschlandlied, Ursprung der bundesdeutschen Nationalhymne, Freiheits, Einigkeits und Nationallied der Deutschen… Nein wohl doch nicht mehr. In der FAZ kann man einen selten gut geschriebenen Artikel lesen, was passiert wenn man als Lehrer seiner Klasse das Deutschlandlied aus der Historie heraus erklärt und anschließend singen lässt: man wird Opfer des „Kampfes gegen Rechts“. Kinder verpfeifen ihre Lehrer an die Eltern (wie in schlechten Filmen) und diese Eltern üben mit Überzeugung verbale Lynchjustiz. „Mündige Staatsbürger“ allerorten. „Die Wacht am Main“

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