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Archiv für den Monat Januar 2013

Die Jungdeutschen

KolumneMensch, was müssen sich die die Sozial-Ingenieure in den letzten Wochen gefreut haben! Endlich wird über die „tabuisierten“ und „alltäglichen“ Restbestände einer scheiß weißen, patriarchalen und menschenverachtenden Gesellschaft geredet.  Die Netzplattformen der großen Zeitungen waren voll von der Darf-man-jetzt-noch-Neger-sagen-Debatte und jetzt wird mit gleichem Hurra der Sexismus behandelt. Die Neger-Debatte wurde kontrovers ausgeführt, auch wenn der veröffentlichte (!) Grundtenor (natürlich) der war, dass diese bösen Begriffe weg müssen, da sie eben ein „rassistisches, überlebtes Weltbild“ weitervermitteln und doch der Deffinitionsmacht des „Weißen Mannes“ dienen.

Dass das Umbenennen von Begriffen das Problem an sich nicht löst und lediglich die eine Seite behandelt, scheint keine Rolle zu spielen. Dieses Vorgehen, etwas nur aus der Gegenwart zu betrachten, erinnert mich an mittelalterliche Verhältnisse, wo man Geschichten, die in der Vergangenheit spielten, in zeitgenössischen Motiven verpackte. Was man tat, war richtig. Reflexion gab es nicht.

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Kurzer Moment des Entsetzens: Ich habe vorhin ZDFlogin angeschaut. Dort durfte Thomas Paulwitz mit Anatol Stefanowitsch über den Schutz der deutschen Sprache streiten. Herr Stefanowitsch ist ein „Schützer der Sprache vor den Sprachschützern“ und entspricht so ziemlich dem wurzlelosen Weltbürger-Professor, wie man ihn sich vorstellt. Ein passender Gegenspieler zu dem konservativ, schüchtern wirkenden Sprachschützer Paulwitz.

Ich mag den kontroversen Kurs dieser Sendung aber spätestens ab der Hälfte wurde Herr Paulwitz vorgeführt bzw. hat sich vorführen lassen.  Trotz dem ein oder anderen Applaus, kam keine Parade und statt dessen Schlagworte von Herrn Paulwitz die die Diskussion nicht wirklich weiterbrachten (Herr Stefanowitsch hielt rethorisch und fachlich souverän das Feld.), sondern dazu führten, dass am Ende noch ein „Kampf gegen Rechts“ betrieben wurde. Fragen, Diskussionvorschläge und Kommentare von Zuschauern schafften eine eindeutige Atmosphere. Auch wenn die persönliche Atmosphere zwischen Herrn P. und Herrn S. augenscheinlich noch gut war, schwappte aus dem Bildschirm das leise Säuseln: „Deutsch ist böööse…. Wir müssen nichts bewahren… Wir müssen einfach machen… Alles wird gut…“.

Anschließend gab es noch auf Twitter Häme und Spott für die Sprachschützer und das Wort „Heimat“:

Amüsant war ja noch: „Wo doch der Herr Paulwitz so ein High Mud Fan ist, hört er bestimmt gerne auch High Mud Leader: http://www.youtube.com/watch?v=bOjBkzYuybA … #ZDFlogin“

Aber dann:

„Das fiese Lachen im Hintergrund als Paulwitz „Heimat” sagte war das beste an der Sendung.“

„#ZDFlogin dieser Paulwitz war ein Totalausfall. Meine Güte. Sein Lieblingswort ist Heimat?? #wtf

Und unter dem Motto: „Oh, wir sind die Besten und die Größten! Die anderen sind alle scheiße!“ gewinnt der – weit verbreitete – Kommentar:

„Heimat ist für Menschen mit Angst vorm Verreisen!“

Selber anschauen:

http://blog.zdf.de/zdflogin/2013/01/16/log-in-direkt-mit-stefanowitsch-und-paulwitz/

bringen uns die Id den volkstod 3-01Eine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen in der „Identitären Bewegung Deutschlands“ und ihrem Umfeld so wie einiger „rechter“ Blogger im Allgemeinen.

Eins möchte ich diesem Artikel voranstellen: Ich wünsche mir nichts sehnlicher herbei (und mit den Jungdeutschen leisten wir einen bescheidenen Beitrag daran) als eine Bewegung, also Menschen, die durch Leben, Handeln und Denken ihre Ziele verwirklichen – nicht primär eine Partei, die den Deutschen wieder ein gesundes kollektives Selbstverständnis zurückgibt: ein kollektives Selbstverständnis, das in der Vergangenheit von politischen Gruppierungen geraubt, missbraucht, geschändet und anschließend von ausländischen Mächten gestützt, durch innere Fliehkräfte zersetzt wurde. Das kollektive Selbstverständnis ist die deutsche Identität, die von den deutschen „Rechten“ (Die „Vaterlandspartei“ während des ersten Weltkrieges, dann DNVP, Einige der konservativen Revolution, Konservative, die meinten, den „rechten“ Pöbel samt Führer kontrollieren zu können; Monarchisten, die vor lauter reaktionärem Gedankengut das progressive antimonarchistische Denken in der NSDAP übersehen hatten, usw.) vor fast 70 Jahren willfährig den Nationalsozialisten und verwandten Denkern überlassen wurde. Diese Identität wurde durch furchtbare Verbrechen aufgeladen und anschließend im nationalsozialistischen Selbstverständnis der Deutschen von den Alliierten festgeschrieben. Das führt bis heute dazu, dass die Deutschen meinen, sich von sich selbst distanzieren zu müssen. Mehr als 1000 Jahre Geschichte scheinen zusammengeschrumpft auf 12 schreckliche Jahre – die kollektive Identität bleibt bis heute weitestgehend gebrochen.

Nun schmückt sich die „Identitäre Bewegung Deutschlands“ (IBD) damit, die „deutsche Identität“ wiederaufrichten und gegen die Islamisierung verteidigen zu wollen. Mit vielem bin ich einverstanden, doch gibt es Punkte, die keine Gesundung versprechen, sondern wie ein schick verpackter alter Hass aussehen. Ich will die vorgebrachten Punkte nicht als billigen Denuzationsversuch verstanden wissen. Auch wenn Herr Kubitschek meint, dass Theoretisieren spaltet und Handeln verbindet, möchte ich darauf hinweisen, dass manche Punkte klar sein müssen, um sich nicht nach lauter Handeln in einer Mörderbande wiederzufinden. Die Jungdeutschen wurden hier oft getäuscht und so wird genau hingeschaut. Die üblichen Analysen von „Kampf gegen Rechts“-Seiten sind wie gewohnt phrasenhaft („Rechtsextreme“, „Rassisten“) oder oberflächlich differenziert („Neu-Rechte“, „Möchtegern“), also sollen hier konkrete Punkte oder zumindest Momente genannt werden, die als Diskussionsgrundlage erkannt werden sollen. Mir geht es hier auch nicht um einige vermeintlich „verstrahlte“ Begriffe und Wörter (um die kümmern sich auch die Jungdeutschen), sondern um die Haltung hinter den geschriebenen Worten.

  • Die Bezeichnung „identitär“ / „ethnokulturell“ bezeichnet nichts anderes als das alte Wort „völkisch“. Um hier zu differenzieren: Manche Identitären meinen ihn in einem biologisch-völkischen Sinne. Es geht um eine von der Abstammung hergeleitete Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer Kultur. Darin eingewebt ist immer wieder (nicht auf den Hauptseiten der IBD aber bei den Unterstützern), dass mit der „Abstammung“ auch die „Kulturleistung“ abhängt; also die Fähigkeit des einzelnen Menschen, produktiv für die Gemeinschaft tätig zu werden. Menschen, die nicht diesem Kreise der Blutsverwandtschaft angehören, können nicht Teil der Gemeinschaft werden, und im Ausnahmefall ist ihnen aufgrund ihrer Abstammung eine andere Kulturleistung vorherbestimmt. Dieser Punkt mag in erster Näherung richtig sein (Niemand kann leugnen, dass ein vollkommen Fremder in einer anderen Kultur zunächst nicht zurechtkommt), doch kann diese „völkische Nation“ so geschlossen definiert und mit den Menschen, die ihr angehören, im „Volk“ vereint werden, dass ein Zusammenleben mit anderen (noch fremden) Volksangehörigen nahezu unmöglich wird. Angehörige anderer Völker werden fast schon zu einer anderen Spezies (Standardtargument gegen Einwanderung: „Ein Schwein [damit ist der Einwanderer gemeint], das im Pferdestall aufwächst, bleibt ein Schwein, selbst wenn es wiehert [Also die deutsche Sprache spricht.]“.). Dieses Denken ist schön klar und einfach, aber geht aber an der Wirklichkeit vorbei. Hätten unsere Vorfahren in dieser Weise gedacht, würden sich die germanischen Stämme noch heute die Schädel einschlagen. Es ist vollkommen richtig, dass Abstammung einen großen Teil der Identität ausmacht. Es bleibt aber nur ein Teil. Wurzeln können auch an neuen Plätzen gedeihen. Die Jungdeutschen stehen der gegenwärtigen, als  „alternativlosen“ dargestellten multikulturellen Überfremdungspolitik Europas entgegen. Wir sind aber auch Gegner von Weltanschauungen, die den einzelnen Menschen und Völker durch widernatürliche Vorgaben von einander abgrenzen oder gegeneinander aufwiegeln wollen.
  • „Volkstod“: Dieser meint das Aussterben oder zumindest die physische Reduzierung des deutschen Volkes auf eine Anzahl von Menschen, die so klein ist, dass sie zu keinem kulturellen Wirken mehr in der Lage ist. Besonders hetzerisch wird dieser Begriff von manchen Angehörigen des Nationalen Widerstandes oder Neunazis verwendet und zwar mit der Phrase: „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“. Die „Identitären“ bezeichnen ihr Tun als „100 % demokratisch„, verlinken aber immer wieder auf den tumbler-Blog „wirkungsfeuer“, der mit gut gestalteten Motiven für die identitäre Sache wirbt. Schaut man sich ältere Werke an, findet sich eben ein Motiv, das genau mit dieser Phrase wirbt. Also sind die Identitären mit ihrer 100-prozentigen Demokratie damit zu 100 % für den Volkstod verantwortlich? Oder ist Demokratie im faschistischen Sinne gemeint? In dem eine Gruppe XYZ sagt: „Wir alleine vertreten das Volk“? und aAnschließend sorgt sie mit viel Gewalt dafür, sorgt, dass das Volk seinem Bild entspricht.Widersprüchlich ist bei Wirkungsfeuer die Bezeichnung des NSU-Mitglieds Zäschpe als „Vollidiotin“ und dass konservative Widerstandskämpfer (Sophie Scholl und Graf Stauffenberg) aus der NS-Zeit positiv dargestellt werden. Die Verweise, die man bei „wirkungsfeuer“ findet, führten zu den üblichen Szenegrößen wie Sezession oder Blauen Narzisse. Allerdings finden sich auch die Blogs des Thule-Seminars und von Sonnenritter, die sich nicht nur an die Ästhetik der Nazis anschließen, sondern, natürlich von manchen Reizwörtern gesäubert, auch inhaltlich. So wird der Kampf zwischen Ariern und „semitischem Geist“ „behandelt“. Auf Sonnenritter befinden sich Solidaritätsbekundungen für das Neonazi-Infoportal „Altermedia“ und den Blog Spreelichter. Dieser hat die Aktionen der mittlerweile verbotenen „Unsterblichen“ dokumentiert und ideologisch begleitet, die durch überraschende, nächtliche Fackelumzüge mit maskierten Gestalten für mediale (und staatliche) Aufregung gesorgt hatten. Auch hier wurde der Begriff „Identität“ verwendet, als Ersatz für „Rasse“. Martin Lichtmesz kritisierte das martialische Auftreten, die sehr NS-lastige Ausrichtung der politischen Manifeste aber nicht wirklich.

    Volkstod

    „Demokraten bringen uns den Volkstod“

Verweise

Verweise von „wirkungsfeuer“

„… Ein ganz, ganz kleines Völkchen mit sehr geringer Geburtenzahl immerhin hat es geschafft, ein großes anderes Volk durch Krieg, Greuelpropaganda, Umerziehung und wirtschaftliches Mästen bereit für den eigenen Untergang zu machen und somit späte Rache an diesem Amalek zu feiern. …“

Ansonsten wird auf diesem Blog Andersrassigen abgesprochen, deutsche Volksgenossen werden
zu können.

  • Der Funke“: „Der Funke“ ist ein Blog, der auf intellektuelle Art und Weise einen Nationalismus pflegt, der sich so sehr um sich selbst dreht, dass er zwar fast alle nationalen Bereiche abdeckt, aber selten Raum für anderes, z.B. Menschenrechte oder den christlichen Glauben, lässt. Denn das Christliche ist auch irgendwie jüdisch. Insgesamt ist der Kernpunkt eine „Revolte gegen die moderne Welt“. „Der Funke“ ist ein fester Anker in diesem „identären“ neurechten Netzwerk. Zur Identitären Bewegung bekennt er sich direkt nicht.
  •  Projekt Ernstfall: Dieser Blog verweist auf unseren Sammelblog „Die Jungdeutschen“ und es fällt mir schwer, ihn hier aufzuführen, da er durch seine meist sachlichen Beiträge und Analysen ein dichtes und stimmiges Bild von verschiedenen demographischen und gesellschaftlichen Prozessen vermittelt. Lediglich die Deutung der Autoren muss man nicht ohne Weiteres hinnehmen. Wegen dieser Qualität wurde Thomas Schmidt auch zum „Ritter“ geschlagen und darf jetzt bei der Sezession analysieren. Warum wird der Blog hier nun aufgeführt? Zum Einen werden obskure Kommentare wie folgend erlaubt:

.    Alexander schreibt:
5. November 2012 um 16:35
 Man kann den Neger aus dem Dschungel holen, aber nicht den Dschungel aus dem Neger.”
Richtig. Aber man kann den Dschungel zum Neger bringen.
.    Sir Toby schreibt:
5. November 2012 um 16:29
 Man kann den Neger aus dem Dschungel holen, aber nicht den Dschungel aus dem Neger – man kann Zigeuner aus der Verwahrlosung holen, aber nicht die Verwahrlosung aus dem Zigeuner.

  • Zum anderen findet sich bei den Verweisen bei „Projekt Ernstfall“ der Blog „As der Schwerter“, der sich ebenfalls u.a. mit „judaistkritischer“ Thematik befasst und sich nicht scheut, den „14 words“-Spruch „Wir müssen die Zukunft unseres Volkes und unserer weißen Kinder schützen“ als Aufmacher für den Blog zu verwendent. Dazu kommen noch Artikel, die eine „weiße Rasse“ beschreiben, die der alleinige Kulturträger quer durch alle Kulturen sei, und Artikel, die eine „Welt ohne Weiße“ beschreiben, die dann als ein einziges unterentwickeltes Dreckloch erscheint. Zudem bezeichnen sich Köpfe hinter dem Blog als „Rechts“ (Was eigentlich nichts Schlimmes ist, nur wird hier Rechts von sich aus mit einem Maß an Rassismus ausgestattet, dass sie sich lieber gleich als „rechtsextrem“ bezeichnen sollten.).
as der schwerter 14 words

14 Wörter.

  • Die Identären sagen, sie wollen weder rechts noch links sein. Das ist auch gut so, denn eine deutsche Identität an sich bringt keine politische Gesinnung mit sich. Trotz dieser Beteuerung finden sich zahlreiche Beschimpfungen über Linke auf der Facebook-Seite. Hin und wieder wird eingegriffen, meistens bleibt es aber aus. Die „Masche“, dass „Rechte“ vorgeben, nicht rechts zu sein, um „Linke“ zu ködern, scheint hier dahinter zu stehen. Eine echte Bekämpfung des Links/Rechts-Denkens müsste auch Kritik an „Rechten“ beinhalten. Man distanziert sich zwar durchaus dediziert vom Links/Rechts-Schema von Nazis, Kommunisten, 68ern und Rassisten, aber nur formal. Das entsprechende Tun ist noch unklar. Man bleibt weiter „rechts“. Der Vorwurf von rechter Seite, Distanzieren bringe nichts, ist falsch. In der Vergangenheit wurde eigentlich nur wie folgt vorgegangen:
Meme deutscher neger

„Meme“ zum Thema

Die inflationäre Verwendung des „Rassismus-Begriffs“ gegen „Rechte“ ist die eine Sache,
dagegen kann man nichts machen (Kleinste, normalste Dinge, die der politischen Gegenseite nicht
passen, werden als „rassistisch“ stigmatisiert. Das geschieht auch andersherum gerne mit
„unpatriotisch“ o.ä.), aber wenn man sagt, man sei kein Rassist, aber während wenn die eigene
Haltung und Einstellung gegenüber andersrassigen Menschen weiterhin eine feindliche ist, dann
bleibt man auch einer.

Dieses Spektrum bietet keinen glaubwürdigen Hintergrund für dies proklamierten „0 % Rassismus“.

Warum ist dieses Spektrum schlecht? Es spiegelt den Dunstkreis wider, aus dem aller mögliche Mist wachsen kann. Es ist ein unreflektierter, latent antisemitischer, primär auf Ausgrenzung und Hass aufbauender Nationalismus, der näher an einer Glaubensrichtung als an einer Weltanschauung ist und aufgrund seines Hangs zum Fanatismus selten in der jüngeren deutschen Geschichte produktiv tätig werden konnte. Was für den „Linken“ die zukunftsfixierte Utopie ist, ist für den „Rechten“ der auf die Vergangenheit ausgerichtete Mythos (Beides ist natürlich wissenschaftlich und naturgesetzlich belegt.). Anstatt einen wirkmächtigen Mythos neu zu schaffen – der auf die gegenwärtigen Herausforderungen passt, ohne deutsche Geschichte krampfhaft reinwaschen zu wollen – greift man sich in diesem Spektrum ausgerechnet den heraus, der so phantastisch ist, wie die heutige Utopie von der multikulturellen Gesellschaft.

Die Schützenhilfe seitens der sich ansonsten von Bewegungen fernhaltenden Sezession und Blauen Narzisse (Neue bzw. Alternative Rechte) wird nachvollziehbar, wenn man das Bild der Freude des Sämanns über seine aufgehende Saat heranzieht. Anscheinend gewinnen die Neuen Rechten endlich ein paar Leute aus der vorher NS-affinen Nationaler-Widerstands-Szene und auch neue Leute für ihr Gedankengut. Das ist durchaus ein Erfolg – Menschen vom Nationalsozialismus oder von der „Unpolitik“ wegzuholen, ist ein Erfolg – und muss auch aus dem Blickwinkel verstanden werden, dass es in Deutschland bisher kaum aktivistisches Potential gibt, das sich der „nationalen Sache“ verschrieben hat, außer in diesem Umfeld. In der JU wird man es wohl kaum oder sehr selten finden – und wenn, dann kommt es nicht weit. Das Problem ist, dass mit diesen Menschen auch die ideologischen Restbestände und Netzwerke mitkommen und damit die Gefahr des „Kippens“ der Identitären in den braunen Sumpf erhöht wird. Dass Felix Menzel Alternative Rechte und Identitäre fast schon als Synonym verwendet, hilft da auch nicht weiter. Eine Hauruck-Umsetzung eines sachsen-anhaltischen Rittergut-Faschismus könnte zwar endlich auch in Deutschland eine rechte Jugendbewegung zur Folge haben, aber eben auch  damit die endgültige Abschottung des nationalen Gedankens in einer kleinen Minderheit. Letztendlich ist dann jede Trachtengruppe, jede Musikkapelle, jede freiwillige Feuerwehr, jeder ortsbewusste Unternehmer und jeder Handwerker mit einem traditionellen Arbeitsethos mehr „identitärer“ als eine politische Gruppierung, die weniger mit dem von ihr verhassten Alltag zu tun hat als der einfache Volksgenosse. Frische, ideologisch ungebundene Menschen und eine eiserne Disziplin in der Weltanschauung und persönlichen Haltung wären die entsprechenden Voraussetzungen, um der Nation auch ein neues Gesicht zu geben.

Die Identitären müssen sich entscheiden, ob es ihnen um den Erhalt Deutschlands bzw. seiner Identität oder einer wie auch immer zusammengeschusterten „weißen Rasse“ geht. Wenn die IBD nicht für Ordnung sorgt, wirkt ihr Engagement wenig glaubhaft und wird im rechten Einheitsbrei von Rassismus und narzisstischer (ich meine wirklich narzisstisch) Nation untergehen – oder ihn samt allem Unrat aufsaugen (Obacht: „Du bist, was du isst!“). Außerdem könnte sie sogar zur Gefahr für Deutschland werden, da sie nun auch noch wissenschaftliche Begriffe nutzt, die früher oder später von den AntiFa-Aktionsgruppen und durch wissenschaftliche Institute an die staatlichen Organe getragen werden und damit die politische Arbeit anderer Gruppen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Abschließend: Die Bewegung ist offen und im Internet können „Viele Vieles schreiben“ (Danke märzkämpfer!) aber trotzdem sind die oben aufgeführten Tendenzen da – ohne dass man die ganze Bewegung diskretieren kann. Das sich die Identitären prinzipiell vom etablierten Bewegungen abheben, haben sie anschaulich in der Grafik „Du sollst Identitäre nicht mit Nazis verwechseln!“ dargelegt und mit Genugtuung kann ich beobachten wie Leute aus dem Nationalen Widerstand und Freie Kräfte wutentbrannte, verächtliche Kommentare unter deren Artikel pfeffern. Das ist meist der Beweis, dass man sie getroffen hat. Anbiederungsversuche und Übernahme von Parolen sind auch schon erfolgt und ich hoffe, dass die richtig identitären Sprüche in Zukunft auch als solche erkannt werden. Martin Lichtmesz sagte schon vorher, dass das Argument des „alten Weins in neuen Schläuchen“ kommen würde. Man muss jetzt darauf achten das der alte Wein, sich nicht zu sehr mit dem neuen Wein, im Ausland besorgten Schlauch, vermischt. Damit wäre das Getränk wieder ungenießbar.

Wenn die Identitäre Bewegung Deutschlands durch konstruktive Arbeit das Gegenteil bewiese, wäre das ein gutes Zeichen.