Bringen uns die Identitären den Volkstod?

bringen uns die Id den volkstod 3-01Eine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen in der „Identitären Bewegung Deutschlands“ und ihrem Umfeld so wie einiger „rechter“ Blogger im Allgemeinen.

Eins möchte ich diesem Artikel voranstellen: Ich wünsche mir nichts sehnlicher herbei (und mit den Jungdeutschen leisten wir einen bescheidenen Beitrag daran) als eine Bewegung, also Menschen, die durch Leben, Handeln und Denken ihre Ziele verwirklichen – nicht primär eine Partei, die den Deutschen wieder ein gesundes kollektives Selbstverständnis zurückgibt: ein kollektives Selbstverständnis, das in der Vergangenheit von politischen Gruppierungen geraubt, missbraucht, geschändet und anschließend von ausländischen Mächten gestützt, durch innere Fliehkräfte zersetzt wurde. Das kollektive Selbstverständnis ist die deutsche Identität, die von den deutschen „Rechten“ (Die „Vaterlandspartei“ während des ersten Weltkrieges, dann DNVP, Einige der konservativen Revolution, Konservative, die meinten, den „rechten“ Pöbel samt Führer kontrollieren zu können; Monarchisten, die vor lauter reaktionärem Gedankengut das progressive antimonarchistische Denken in der NSDAP übersehen hatten, usw.) vor fast 70 Jahren willfährig den Nationalsozialisten und verwandten Denkern überlassen wurde. Diese Identität wurde durch furchtbare Verbrechen aufgeladen und anschließend im nationalsozialistischen Selbstverständnis der Deutschen von den Alliierten festgeschrieben. Das führt bis heute dazu, dass die Deutschen meinen, sich von sich selbst distanzieren zu müssen. Mehr als 1000 Jahre Geschichte scheinen zusammengeschrumpft auf 12 schreckliche Jahre – die kollektive Identität bleibt bis heute weitestgehend gebrochen.

Nun schmückt sich die „Identitäre Bewegung Deutschlands“ (IBD) damit, die „deutsche Identität“ wiederaufrichten und gegen die Islamisierung verteidigen zu wollen. Mit vielem bin ich einverstanden, doch gibt es Punkte, die keine Gesundung versprechen, sondern wie ein schick verpackter alter Hass aussehen. Ich will die vorgebrachten Punkte nicht als billigen Denuzationsversuch verstanden wissen. Auch wenn Herr Kubitschek meint, dass Theoretisieren spaltet und Handeln verbindet, möchte ich darauf hinweisen, dass manche Punkte klar sein müssen, um sich nicht nach lauter Handeln in einer Mörderbande wiederzufinden. Die Jungdeutschen wurden hier oft getäuscht und so wird genau hingeschaut. Die üblichen Analysen von „Kampf gegen Rechts“-Seiten sind wie gewohnt phrasenhaft („Rechtsextreme“, „Rassisten“) oder oberflächlich differenziert („Neu-Rechte“, „Möchtegern“), also sollen hier konkrete Punkte oder zumindest Momente genannt werden, die als Diskussionsgrundlage erkannt werden sollen. Mir geht es hier auch nicht um einige vermeintlich „verstrahlte“ Begriffe und Wörter (um die kümmern sich auch die Jungdeutschen), sondern um die Haltung hinter den geschriebenen Worten.

  • Die Bezeichnung „identitär“ / „ethnokulturell“ bezeichnet nichts anderes als das alte Wort „völkisch“. Um hier zu differenzieren: Manche Identitären meinen ihn in einem biologisch-völkischen Sinne. Es geht um eine von der Abstammung hergeleitete Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer Kultur. Darin eingewebt ist immer wieder (nicht auf den Hauptseiten der IBD aber bei den Unterstützern), dass mit der „Abstammung“ auch die „Kulturleistung“ abhängt; also die Fähigkeit des einzelnen Menschen, produktiv für die Gemeinschaft tätig zu werden. Menschen, die nicht diesem Kreise der Blutsverwandtschaft angehören, können nicht Teil der Gemeinschaft werden, und im Ausnahmefall ist ihnen aufgrund ihrer Abstammung eine andere Kulturleistung vorherbestimmt. Dieser Punkt mag in erster Näherung richtig sein (Niemand kann leugnen, dass ein vollkommen Fremder in einer anderen Kultur zunächst nicht zurechtkommt), doch kann diese „völkische Nation“ so geschlossen definiert und mit den Menschen, die ihr angehören, im „Volk“ vereint werden, dass ein Zusammenleben mit anderen (noch fremden) Volksangehörigen nahezu unmöglich wird. Angehörige anderer Völker werden fast schon zu einer anderen Spezies (Standardtargument gegen Einwanderung: „Ein Schwein [damit ist der Einwanderer gemeint], das im Pferdestall aufwächst, bleibt ein Schwein, selbst wenn es wiehert [Also die deutsche Sprache spricht.]“.). Dieses Denken ist schön klar und einfach, aber geht aber an der Wirklichkeit vorbei. Hätten unsere Vorfahren in dieser Weise gedacht, würden sich die germanischen Stämme noch heute die Schädel einschlagen. Es ist vollkommen richtig, dass Abstammung einen großen Teil der Identität ausmacht. Es bleibt aber nur ein Teil. Wurzeln können auch an neuen Plätzen gedeihen. Die Jungdeutschen stehen der gegenwärtigen, als  „alternativlosen“ dargestellten multikulturellen Überfremdungspolitik Europas entgegen. Wir sind aber auch Gegner von Weltanschauungen, die den einzelnen Menschen und Völker durch widernatürliche Vorgaben von einander abgrenzen oder gegeneinander aufwiegeln wollen.
  • „Volkstod“: Dieser meint das Aussterben oder zumindest die physische Reduzierung des deutschen Volkes auf eine Anzahl von Menschen, die so klein ist, dass sie zu keinem kulturellen Wirken mehr in der Lage ist. Besonders hetzerisch wird dieser Begriff von manchen Angehörigen des Nationalen Widerstandes oder Neunazis verwendet und zwar mit der Phrase: „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“. Die „Identitären“ bezeichnen ihr Tun als „100 % demokratisch„, verlinken aber immer wieder auf den tumbler-Blog „wirkungsfeuer“, der mit gut gestalteten Motiven für die identitäre Sache wirbt. Schaut man sich ältere Werke an, findet sich eben ein Motiv, das genau mit dieser Phrase wirbt. Also sind die Identitären mit ihrer 100-prozentigen Demokratie damit zu 100 % für den Volkstod verantwortlich? Oder ist Demokratie im faschistischen Sinne gemeint? In dem eine Gruppe XYZ sagt: „Wir alleine vertreten das Volk“? und aAnschließend sorgt sie mit viel Gewalt dafür, sorgt, dass das Volk seinem Bild entspricht.Widersprüchlich ist bei Wirkungsfeuer die Bezeichnung des NSU-Mitglieds Zäschpe als „Vollidiotin“ und dass konservative Widerstandskämpfer (Sophie Scholl und Graf Stauffenberg) aus der NS-Zeit positiv dargestellt werden. Die Verweise, die man bei „wirkungsfeuer“ findet, führten zu den üblichen Szenegrößen wie Sezession oder Blauen Narzisse. Allerdings finden sich auch die Blogs des Thule-Seminars und von Sonnenritter, die sich nicht nur an die Ästhetik der Nazis anschließen, sondern, natürlich von manchen Reizwörtern gesäubert, auch inhaltlich. So wird der Kampf zwischen Ariern und „semitischem Geist“ „behandelt“. Auf Sonnenritter befinden sich Solidaritätsbekundungen für das Neonazi-Infoportal „Altermedia“ und den Blog Spreelichter. Dieser hat die Aktionen der mittlerweile verbotenen „Unsterblichen“ dokumentiert und ideologisch begleitet, die durch überraschende, nächtliche Fackelumzüge mit maskierten Gestalten für mediale (und staatliche) Aufregung gesorgt hatten. Auch hier wurde der Begriff „Identität“ verwendet, als Ersatz für „Rasse“. Martin Lichtmesz kritisierte das martialische Auftreten, die sehr NS-lastige Ausrichtung der politischen Manifeste aber nicht wirklich.

    Volkstod

    „Demokraten bringen uns den Volkstod“

Verweise

Verweise von „wirkungsfeuer“

„… Ein ganz, ganz kleines Völkchen mit sehr geringer Geburtenzahl immerhin hat es geschafft, ein großes anderes Volk durch Krieg, Greuelpropaganda, Umerziehung und wirtschaftliches Mästen bereit für den eigenen Untergang zu machen und somit späte Rache an diesem Amalek zu feiern. …“

Ansonsten wird auf diesem Blog Andersrassigen abgesprochen, deutsche Volksgenossen werden
zu können.

  • Der Funke“: „Der Funke“ ist ein Blog, der auf intellektuelle Art und Weise einen Nationalismus pflegt, der sich so sehr um sich selbst dreht, dass er zwar fast alle nationalen Bereiche abdeckt, aber selten Raum für anderes, z.B. Menschenrechte oder den christlichen Glauben, lässt. Denn das Christliche ist auch irgendwie jüdisch. Insgesamt ist der Kernpunkt eine „Revolte gegen die moderne Welt“. „Der Funke“ ist ein fester Anker in diesem „identären“ neurechten Netzwerk. Zur Identitären Bewegung bekennt er sich direkt nicht.
  •  Projekt Ernstfall: Dieser Blog verweist auf unseren Sammelblog „Die Jungdeutschen“ und es fällt mir schwer, ihn hier aufzuführen, da er durch seine meist sachlichen Beiträge und Analysen ein dichtes und stimmiges Bild von verschiedenen demographischen und gesellschaftlichen Prozessen vermittelt. Lediglich die Deutung der Autoren muss man nicht ohne Weiteres hinnehmen. Wegen dieser Qualität wurde Thomas Schmidt auch zum „Ritter“ geschlagen und darf jetzt bei der Sezession analysieren. Warum wird der Blog hier nun aufgeführt? Zum Einen werden obskure Kommentare wie folgend erlaubt:

.    Alexander schreibt:
5. November 2012 um 16:35
 Man kann den Neger aus dem Dschungel holen, aber nicht den Dschungel aus dem Neger.”
Richtig. Aber man kann den Dschungel zum Neger bringen.
.    Sir Toby schreibt:
5. November 2012 um 16:29
 Man kann den Neger aus dem Dschungel holen, aber nicht den Dschungel aus dem Neger – man kann Zigeuner aus der Verwahrlosung holen, aber nicht die Verwahrlosung aus dem Zigeuner.

  • Zum anderen findet sich bei den Verweisen bei „Projekt Ernstfall“ der Blog „As der Schwerter“, der sich ebenfalls u.a. mit „judaistkritischer“ Thematik befasst und sich nicht scheut, den „14 words“-Spruch „Wir müssen die Zukunft unseres Volkes und unserer weißen Kinder schützen“ als Aufmacher für den Blog zu verwendent. Dazu kommen noch Artikel, die eine „weiße Rasse“ beschreiben, die der alleinige Kulturträger quer durch alle Kulturen sei, und Artikel, die eine „Welt ohne Weiße“ beschreiben, die dann als ein einziges unterentwickeltes Dreckloch erscheint. Zudem bezeichnen sich Köpfe hinter dem Blog als „Rechts“ (Was eigentlich nichts Schlimmes ist, nur wird hier Rechts von sich aus mit einem Maß an Rassismus ausgestattet, dass sie sich lieber gleich als „rechtsextrem“ bezeichnen sollten.).
as der schwerter 14 words

14 Wörter.

  • Die Identären sagen, sie wollen weder rechts noch links sein. Das ist auch gut so, denn eine deutsche Identität an sich bringt keine politische Gesinnung mit sich. Trotz dieser Beteuerung finden sich zahlreiche Beschimpfungen über Linke auf der Facebook-Seite. Hin und wieder wird eingegriffen, meistens bleibt es aber aus. Die „Masche“, dass „Rechte“ vorgeben, nicht rechts zu sein, um „Linke“ zu ködern, scheint hier dahinter zu stehen. Eine echte Bekämpfung des Links/Rechts-Denkens müsste auch Kritik an „Rechten“ beinhalten. Man distanziert sich zwar durchaus dediziert vom Links/Rechts-Schema von Nazis, Kommunisten, 68ern und Rassisten, aber nur formal. Das entsprechende Tun ist noch unklar. Man bleibt weiter „rechts“. Der Vorwurf von rechter Seite, Distanzieren bringe nichts, ist falsch. In der Vergangenheit wurde eigentlich nur wie folgt vorgegangen:
Meme deutscher neger

„Meme“ zum Thema

Die inflationäre Verwendung des „Rassismus-Begriffs“ gegen „Rechte“ ist die eine Sache,
dagegen kann man nichts machen (Kleinste, normalste Dinge, die der politischen Gegenseite nicht
passen, werden als „rassistisch“ stigmatisiert. Das geschieht auch andersherum gerne mit
„unpatriotisch“ o.ä.), aber wenn man sagt, man sei kein Rassist, aber während wenn die eigene
Haltung und Einstellung gegenüber andersrassigen Menschen weiterhin eine feindliche ist, dann
bleibt man auch einer.

Dieses Spektrum bietet keinen glaubwürdigen Hintergrund für dies proklamierten „0 % Rassismus“.

Warum ist dieses Spektrum schlecht? Es spiegelt den Dunstkreis wider, aus dem aller mögliche Mist wachsen kann. Es ist ein unreflektierter, latent antisemitischer, primär auf Ausgrenzung und Hass aufbauender Nationalismus, der näher an einer Glaubensrichtung als an einer Weltanschauung ist und aufgrund seines Hangs zum Fanatismus selten in der jüngeren deutschen Geschichte produktiv tätig werden konnte. Was für den „Linken“ die zukunftsfixierte Utopie ist, ist für den „Rechten“ der auf die Vergangenheit ausgerichtete Mythos (Beides ist natürlich wissenschaftlich und naturgesetzlich belegt.). Anstatt einen wirkmächtigen Mythos neu zu schaffen – der auf die gegenwärtigen Herausforderungen passt, ohne deutsche Geschichte krampfhaft reinwaschen zu wollen – greift man sich in diesem Spektrum ausgerechnet den heraus, der so phantastisch ist, wie die heutige Utopie von der multikulturellen Gesellschaft.

Die Schützenhilfe seitens der sich ansonsten von Bewegungen fernhaltenden Sezession und Blauen Narzisse (Neue bzw. Alternative Rechte) wird nachvollziehbar, wenn man das Bild der Freude des Sämanns über seine aufgehende Saat heranzieht. Anscheinend gewinnen die Neuen Rechten endlich ein paar Leute aus der vorher NS-affinen Nationaler-Widerstands-Szene und auch neue Leute für ihr Gedankengut. Das ist durchaus ein Erfolg – Menschen vom Nationalsozialismus oder von der „Unpolitik“ wegzuholen, ist ein Erfolg – und muss auch aus dem Blickwinkel verstanden werden, dass es in Deutschland bisher kaum aktivistisches Potential gibt, das sich der „nationalen Sache“ verschrieben hat, außer in diesem Umfeld. In der JU wird man es wohl kaum oder sehr selten finden – und wenn, dann kommt es nicht weit. Das Problem ist, dass mit diesen Menschen auch die ideologischen Restbestände und Netzwerke mitkommen und damit die Gefahr des „Kippens“ der Identitären in den braunen Sumpf erhöht wird. Dass Felix Menzel Alternative Rechte und Identitäre fast schon als Synonym verwendet, hilft da auch nicht weiter. Eine Hauruck-Umsetzung eines sachsen-anhaltischen Rittergut-Faschismus könnte zwar endlich auch in Deutschland eine rechte Jugendbewegung zur Folge haben, aber eben auch  damit die endgültige Abschottung des nationalen Gedankens in einer kleinen Minderheit. Letztendlich ist dann jede Trachtengruppe, jede Musikkapelle, jede freiwillige Feuerwehr, jeder ortsbewusste Unternehmer und jeder Handwerker mit einem traditionellen Arbeitsethos mehr „identitärer“ als eine politische Gruppierung, die weniger mit dem von ihr verhassten Alltag zu tun hat als der einfache Volksgenosse. Frische, ideologisch ungebundene Menschen und eine eiserne Disziplin in der Weltanschauung und persönlichen Haltung wären die entsprechenden Voraussetzungen, um der Nation auch ein neues Gesicht zu geben.

Die Identitären müssen sich entscheiden, ob es ihnen um den Erhalt Deutschlands bzw. seiner Identität oder einer wie auch immer zusammengeschusterten „weißen Rasse“ geht. Wenn die IBD nicht für Ordnung sorgt, wirkt ihr Engagement wenig glaubhaft und wird im rechten Einheitsbrei von Rassismus und narzisstischer (ich meine wirklich narzisstisch) Nation untergehen – oder ihn samt allem Unrat aufsaugen (Obacht: „Du bist, was du isst!“). Außerdem könnte sie sogar zur Gefahr für Deutschland werden, da sie nun auch noch wissenschaftliche Begriffe nutzt, die früher oder später von den AntiFa-Aktionsgruppen und durch wissenschaftliche Institute an die staatlichen Organe getragen werden und damit die politische Arbeit anderer Gruppen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Abschließend: Die Bewegung ist offen und im Internet können „Viele Vieles schreiben“ (Danke märzkämpfer!) aber trotzdem sind die oben aufgeführten Tendenzen da – ohne dass man die ganze Bewegung diskretieren kann. Das sich die Identitären prinzipiell vom etablierten Bewegungen abheben, haben sie anschaulich in der Grafik „Du sollst Identitäre nicht mit Nazis verwechseln!“ dargelegt und mit Genugtuung kann ich beobachten wie Leute aus dem Nationalen Widerstand und Freie Kräfte wutentbrannte, verächtliche Kommentare unter deren Artikel pfeffern. Das ist meist der Beweis, dass man sie getroffen hat. Anbiederungsversuche und Übernahme von Parolen sind auch schon erfolgt und ich hoffe, dass die richtig identitären Sprüche in Zukunft auch als solche erkannt werden. Martin Lichtmesz sagte schon vorher, dass das Argument des „alten Weins in neuen Schläuchen“ kommen würde. Man muss jetzt darauf achten das der alte Wein, sich nicht zu sehr mit dem neuen Wein, im Ausland besorgten Schlauch, vermischt. Damit wäre das Getränk wieder ungenießbar.

Wenn die Identitäre Bewegung Deutschlands durch konstruktive Arbeit das Gegenteil bewiese, wäre das ein gutes Zeichen.

18 Kommentare
  1. Der Martin sagte:

    „…doch kann diese “völkische Nation” so geschlossen definiert und mit den Menschen, die ihr angehören, im „Volk“ vereint werden, so dass ein Zusammenleben mit anderen (noch fremden) Volksangehörigen nahezu unmöglich wird. Angehörige anderer Völker werden fast schon zu einer anderen Spezies….

    Bei den Identitären tut dies ganz gewiß niemand, und auch beim genannten Umfeld von Sezession bis Der Funke habe ich nichts derartiges gefunden. Gibt es vielleicht Zitate, die diese Darstellung belegen?

    • cundar sagte:

      Ich habe die „geschlossene, völkische Nation“ hier im Allgemeinen definiert. Was den Funken und die Sezession angeht, werden diese extra oder überhaupt nicht behandelt.

      „Bei den Identitären tut dies ganz gewiß niemand…“ – Wie gesagt da bin ich mir nicht sicher. Ich verweise auf den letzten Teil des Artikel: Im Netz können Viele Vieles schreiben und so können sich Neunazis, Ultranationalisten oder sonst was auch als der „Identären“ zugehörig darstellen, obwohl sie es nicht sind. Auf diese fließenden Übergänge wollte ich durch die Beispiele hinweisen.

      C

      • irgend ein anderer Identitärer sagte:

        Ich kann dir aber sagen das es bei den Identitären klare Richtlinien gibt, die so etwas unterbinden sollen, wer sich rassistisch äußert, stellt sich damit außerhalb der IB. Zwar kann niemand Sympathisanten kontrollieren, wir sind ja nicht das MfS der DDR, aber wenn sich eine Gruppe zum Beispiel identitär nennt, muss diese auch erst einmal von der IBD anerkannt werden, wenn sie mitmachen will. Wenn da ein U-Boot der Reichsmarine unter falscher Fahne schippert (den Versuch gab es schon), wird das also zu den Fischen auf den Meeresgrund geschickt. 😉

  2. niekisch sagte:

    „Ein fleißiger Kommentator bei uns und auf der Facebook-Seite der Identitären ist „niekisch“ von Metapolitik oder Diskuswerfer. Für ihn gehört es zum guten Ton, nicht von “Rasse” zu sprechen, lieber von “Abstammungsgemeinschaft”. Liest man dann etwas im Kommentarbereich, findet man eine Diskussion über “Schmuden” (Ich denke, hier sind “Juden” gemeint) und ihren “antiweißen Kampf”, in deren Verlauf folgender Punkt von niekisch geäußert wird:

    “… Ein ganz, ganz kleines Völkchen mit sehr geringer Geburtenzahl immerhin hat es geschafft, ein großes anderes Volk durch Krieg, Greuelpropaganda, Umerziehung und wirtschaftliches Mästen bereit für den eigenen Untergang zu machen und somit späte Rache an diesem Amalek zu feiern.“

    Wann und wo habe ich „bei uns“ also hier, fleißig, also vielfach, kommentiert?

    Ich erinnere mich nicht, daß auf „Metapolitika“ der Begriff „Schmuden“ gefallen ist. Wo genau soll das gewesen sein?

    Das Zitat „ganz, ganz kleines Völkchen…“ kommt mir bekannt vor, aber ob es wortgetreu wiedergegeben ist? In welchem Kommentar ( Datum, Zeit) zu welchem Artikel soll der Text stehen.? Höflich bitte ich um Info.

    Sodann äußere ich mich.

    • cundar sagte:

      Sie haben auf der Facebook-Seite der Identitären fleißig kommentiert und bei den Jungdeutschen mehrmals Verweise hinterlassen. Das mit den „fleißig kommentieren“ war ein kleiner Klaps auf den Hinterkopf, da es nicht so der Netiquett entspricht, einfach nur Verweise in den Kommentarbereich zu schleudern ohne noch einen Satz – also wirklich zu kommentieren – zu schreiben. Auch wenn der veröffentlichte Verweis zu einem Artikel führt, der mit dem Inhalt des kommentierten Artikels übereinstimmt.

      Was Quellen und Zitate angeht, beachte man die Links/Verweise im Text (Das Layout hier zeigt sie leider nur mit einem hellgrauen, dünnen Strich.). Die verwendeten Zitate wurden nicht verfälscht.

      C

      • Was die netiquette – Verstöße angeht, cundar, so bitte ich Sie, meine Entschuldigung anzunehmen. Löschen Sie halt Alles durch mich eingestellte.
        Zu dem Amalek – Zitat stehe ich.
        Im übrigen denke ich, daß die bisher 132441 Leser von Metapolitika die 447 Artikel und 6756 Kommentare ganz gut einschätzen können und sie doch eher als Geburtshelferschaft für die Identitäre Bewegung denn als Totengräberschaft ansehen.

        Beste Grüße!

        niekisch

  3. niekisch sagte:

    „Ansonsten wird auf diesem Blog Andersrassigen abgesprochen, deutsche Volksgenossen werden
    zu können.“

    Wo genau ist diese Aussage auf „Metapolitika“ zu finden?

    Sodann äußere ich mich auch insoweit.

    • cundar sagte:

      Siehe Quelle bzw. Kommentar von mir unten.

      C

      • Korrektur: alles durch mich Eingestellte. Pardon!

  4. irgend ein anderer Identitärer sagte:

    Ich teile einige deiner Bedenken und finde das du gut recherchiert hast, ich bin auch der Meinung das die IB in einigen Punkten noch einiges tun muss, ABER – Aber ich denke auch du übertreibst in deinem Artikel sehr, was deine Schlussfolgerungen angeht, hier kippt nichts nach rechts, ganz im Gegenteil und wir sind auch nicht gefährlich und werden es niemals sein. Das die Identitären den Volkstod bringen, habe ich übrigens schon mehrmals von aufgebrachten Nazis genau so gelesen, wir sind für die böse Demokraten und ein „Easter-Egg des Weltzionismus“, ich kringel mich jedesmal vor lachen wenn ich sowas lese. 🙂 Wir sagen nur was den Herrschenden nicht gefällt und ihrer Ideologie schadet. Das du Kritik am Christentum als latent antisemitisch bewertest, finde ich auch ungerecht, ich bin ein Atheist und kritisiere im Sinne der Aufklärung das Christentum im Internet schon seid über 10 Jahren. Außerdem entspringt der Antisemitismus dem christlichen Antijudaismus, den wir zum Beispiel in vielen Zitaten von Martin Luther sehr gut vorgeführt bekommen, wenn ich mir mal so viel Kritik erlauben darf. Aber es gibt auch Identitäre, die sehr christlich oder erzkatholisch sind und mit denen habe ich auch kein Problem, ich bin da nicht intolerant.

    Wir sind nicht die freiwillige Feuerwehr, bei der man jedes Mitglied kennt und man sich bei Alarm auf jeden verlassen kann, wir sind wie die Piraten oder Anonymous, und bei beiden Gruppen gab es die selben Probleme wie bei uns. Da gab es zum Beispiel jemanden der sich „Nationaler Pirat“ nannte und im Namen der Piratenpartei derart immer über Juden reden wollte, dass das schon die Ausmaße einer ausgewachsenen Zwangsstörung hatte. Solche Leute mussten dann erstmal wieder von der Bühne gezerrt werden, was auch einer gewissen Anstrengung bedarf, weil die das in der Regel überhaupt nicht einsehen wollen und sich mit Händen und Füßen dagegen wehren. Und wenn du lange genug sucht, wirst du sicher auch einen Identitären finden, der bei den Salafisten ist und Pierre Vogel toll findet, oder einen der gern Rote Bete ißt. Im übrigen sollte das alle weiteren Fragen beantworten, die Identitären sind antirassistisch:

    http://identitaeregegenrassismus.wordpress.com/2013/01/05/critical-universalismness-der-gegen-die-ethnokulturelle-identitat-gerichtete-rassismus-zugunsten-einer-universalistischen-zukunftutopie/

    So und jetzt kann von mir aus wieder ein Facepalm kommen. 😉

    Beste Grüße,
    irgend ein anderer Identitärer

    • cundar sagte:

      Irgend ein anderer Identiärer: „Aber ich denke auch du übertreibst in deinem Artikel sehr, was deine Schlussfolgerungen angeht, hier kippt nichts nach rechts“

      Am Ende meines Artikels:
      „Abschließend: Die Bewegung ist offen und im Internet können „Viele Vieles schreiben“ (Danke märzkämpfer!) aber trotzdem sind die oben aufgeführten Tendenzen da – ohne dass man die ganze Bewegung diskretieren kann. Das sich die Identitären prinzipiell vom etablierten Bewegungen abheben, haben sie anschaulich in der Grafik „Du sollst Identitäre nicht mit Nazis verwechseln!“ dargelegt und mit Genugtuung kann ich beobachten, wie Leute aus dem Nationalen Widerstand und Freie Kräfte wutentbrannte, verächtliche Kommentare unter deren Artikel pfeffern. … Man muss jetzt darauf achten das der alte Wein, sich nicht zu sehr mit dem neuen Wein, im Ausland besorgten Schlauch, vermischt. Damit wäre das Getränk wieder ungenießbar.“
      Ich weise auf Tendenzen hin. Wenn der oberste Kanon ein anderer ist, dann ist das nur gut. Mir geht’s eben genau darum das solche Spinnerten, wie ein „Nationaler Pirat“ (nur jetzt eben bei den Identitären), keine Bühne bekommen.

      Irgend ein anderer Identiärer: „Das du Kritik am Christentum als latent antisemitisch bewertest…“
      Mach ich nicht. Ich kritisere die Art bestimmet „Teutscher“ die das Christentum kritisieren, weil der gute Jesus ja Jude war und damit das Christentum auf den „Antiweißen“ schlechthin aufbaut. Auch gefällt mir die Art der Kritik am Christentum nicht, die so tut als wenn der Asenglaube erst vorgestern aufgehört hat Volksreligion zu sein und man jetzt ruckzuck das reine Germanentum aufrichten könnte, wenn man den bösen christlichen Einfluss zurückdrängt.

      „Die Identitären bringen uns den Volkstod“
      Hier ging es mir um die Inkonsequenz auf „wirkungsfeuer“: Die Identitären unterstützen und gleichzeitig sagen das sie – weil Demokraten – den Volkstod bringen. 🙂

      „Irgend ein anderer Identitärer“, Ihre Art gefällt mir. Wenn ich Anfang Februar wieder Zeit habe nehme ich Ihren Blog noch näher unter die Lupe. Bis dahin gibt’s von Picard kein Facepalm sondern ein klares:

      • irgend ein anderer Identitärer sagte:

        Solche Leute wie „Nationaler Pirat“ sitzen auf ihrem hermetisch isolierten und von der Außenwelt abgeschnittenem NS Planet, fragen sich ratlos warum die Menschen auf der Erde nicht endlich den NS annehmen, wo er doch so super toll ist, und kopieren und schleimen sich dann aus Verzweiflung an alles ran, in der Hoffnung da aus der geistigen Isolationshaft raus zu kommen.

        Aber ich denke die Gefahr ist nicht das solche Spinner nach oben kommen, eher reißen sie jedes Schiff in die Tiefe, an dessen Bord sie sich begeben, das wissen aber auch die Identitären genau so wie die Piraten und lassen sowas über die Planke gehen. 😉

        Die NPD hatte auch schon versucht mit den Identitären zusammenzukommen und hat sofort eine Abfuhr erhalten, seitdem versuchen sie uns erfolglos zu kopieren, mit weiß angemalten Händen, keine Ahnung was der Quatsch zu bedeuten hat. xD

        Zum Christentum habe ich ein zwiespältiges Verhältnis, einerseits konnte ich noch nie etwas damit anfangen und habe mich auf Religionskritik eingeschossen, die sich dann auf Universalismuskritik erweiterte, als ich sah wie verblendet sich meine atheistischen Unglaubensbrüder so verhielten, wenn sie irgendwelchen daraus entstandenen universalistischen Weltverbesserungsideologien hinterher hechelten. Aber mittlerweile ist mein Verhältnis zu dieser Religion relativ entspannt, solange man sie der Postmoderne entgegen setzen kann.

        Was die NS affinen Rassisten unter den Neuheiden angeht, die das alte Heidentum völlig verfremden und in Mitteleuropa im Reich von Saxnot, Donar und Mithras Thor anbeten (oder besser gesagt mit ihrem rassistischen pseudoreligiösen Nazi-Mist besudeln), dagegen habe ich auch etwas, und die eher dunkleren Hindus, die den indogermanischen Thor unter dem Namen Indra anbeten sicher auch. Das ist so freakiger Eso-Sekten-NS, am besten sind es dann noch solche, die an deutsche Ufos wie in „Iron Sky“ vom Aldebaran glauben oder an die Hohle Erde (im Erdinneren herrschen selbstverständlich die Nazis und bereiten die Erdoberflächenweltherrschaft vor :D), denen ist eigentlich nicht mehr zu helfen, das ist NS im Endstadium, da müssen Fachärzte ran. 😉

        Aber was das Christentum angeht, das wird ebenso besudelt wie das Heidentum, für den christlichen KuKluxKlan ist Jesus ein lupenreiner Arier und das kukluxsche Volk Israel war so nordisch wie die Wikinger. 😉 So sieht das aus wenn sich Universalismus mit Ethnozentrismus verbindet, da ist es nur ein Schritt zur rassistisch-sekularen Umdeutung und man hat den NS als Ergebnis. Das selbe Problem sehe ich übrigens auch bei den Türken (die mit den Armeniern, Kurden und anderen Ethnien ja bis heute sehr rassistisch umgehen), da wird teilweise ja sogar Mohammed zum reinrassigen Türken gemacht, obwohl die den Islam ja ursprünglich als Hilfsvolk von den Iranern zwangsmissioniert bekommen haben.

        Ja das stimmt, was Wirkungsfeuer da gemacht hatte, hat auch mich etwas schockiert. Dabei steht jeder der NW Begriffe wie „Volkstod“ benutzt, automatisch außerhalb der Identitären Bewegung. Wenn ich es wohlwollend sehe, dann erkläre ich es mir vielleicht daraus, das dies ein älterer Eintrag war, es die Identitären damals noch nicht gab und es damals neben PI und Freiheit noch nichts Gangbares gab, um sich ein bisschen identitätsbezogen zu äußern (man darf da auch den Druck des Seuchengürtels der Political Correctness nicht vergessen) und das der Begriff „Volkstod“ vor dem Verbot der Spreelichter vielleicht noch nicht jedem als NS/NW Begriff bekannt war. Bei mir hat es auch erst nach dem zweiten Youtube Video Klick gemacht, dass das da auf den nächtlichen Fackelumzügen hundertprozentige Neonazis sind, und auch nur weil da ein „Nationaler Sozialismus“ Transparent zu sehen war und die das da durch die Nacht brüllten.

        Deine Art gefällt mir auch, bisher hast du immerhin die fundierteste Kritik zu den Identitären geschrieben die es bisher gibt. Das was die MSM mit all ihrem Geld und Personal bisher produziert hatten, war ja nur die übliche schlecht gemachte und leicht durchschaubare Lügensoße. Da war ich richtige Kritik schon garnicht mehr gewöhnt. 😉

        Ich werde mir Mühe geben in kein Fettnäpfchen zu treten, jetzt weiss ich ja das da jemand genau hinschaut. ^^

      • cundar sagte:

        „Dabei steht jeder der NW Begriffe wie “Volkstod” benutzt, automatisch außerhalb der Identitären Bewegung. … und das der Begriff “Volkstod” vor dem Verbot der Spreelichter vielleicht noch nicht jedem als NS/NW Begriff bekannt war.“ Der Begriff „Volkstod“ allein ist es gar nicht – den verwendet z.B. auch die Blaue Narzisse – es ist die Kombination mit den „Demokraten“. „Demokraten bringen uns den Volkstod“ ist keine Phrase die man aus Unwissenheit verwendet – die Aussage ist klar.
        Danke für die ausführlichen Ausführungen und das Lob. Ich komme darauf zurück wenn die Zeiten freier sind. Guten Start in die neue Woche.

        C

      • irgend ein anderer Identitärer sagte:

        Das mit den Demokraten stimmt, da hast du recht, das hätte er sein lassen können. Aber wenn ich da wohlwollend bin, kann ich mir das mit Wut auf das undemokratische Vorgehen unserer Volksvertreter erklären, die sich ja überhaupt nicht demokratisch verhalten, wenn zum Beispiel zwei SPD Politiker unbequeme Bücher schreiben, oder halt die übliche PC in der Presse, das frustet und ich kann diesen Frust bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen. Deshalb finde ich es auch gut das die IBD statt sich auf den Frust einzulassen, mehr Demokratie fordert, so ist das richtig. 🙂

        Ich habe übrigens die Nazi-Zitate einem größeren Update unterzogen, der Blitzkrieg geht weiter. 😉
        http://identitaeregegenrassismus.wordpress.com/2013/01/05/nazi-zitate-zu-identitaren/

  5. Projekt Ernstfall sagte:

    Die Logik der Schlußfolgerung auf Ziele und Inhalte über einzelne Links und veröffentlichte Kommentare erschließt sich mir nicht. Es klingt für mich etwas bemüht, wenn man zu dieser Argumentation greift, anstatt auf die Darstellungen des Kritisierten selbst einzugehen.
    Bei Kritik an Begriffen wie „Volkstod“ (den ich ebenfalls für ungeschickt halte) macht man es sich zudem zu leicht, wenn man nur auf die Nutzung des Begriffs durch Kräfte wie den NW hinweist, ohne den Kontext zu beachten, in dem der Kritisierte ihn verwendet hat.
    Den Kern des Dissenses sehe ich aber beim Herkunftsthema. Es ist ganz richtig, daß der Begriff der „ethnokulturellen Identität“ auch eine Herkunftsdimension von Identität anerkennt. Die Kritik daran beschränkt sich aber meist (auch hier) darauf, diese Position karikaturhaft zu überzeichnen („Angehörige anderer Völker werden fast schon zu einer anderen Spezies“) und die Position dann für unmoralisch zu erklären. Auch diese Kritik macht es sich m.E. zu leicht, weil sie auf Argumentation verzichtet. Die Herkunftsthese argumentiert hingegen streng empirisch und kann darauf verweisen, das die Herausbildung gemeinsamer Identität umso schwerer fällt, je unterschiedlicher die jeweilige Herkunft ist. Wer diese These kritisiert, müsste nun Beispiele dafür finden, in denen dies nicht der Fall war.

    • cundar sagte:

      Entschuldigen Sie bitte die späte Antwort aber ich habe zu einigen Punkten in ihrem Kommentar einen Artikel in der Mache.
      Zur Ihrer Kritik:

      Die Logik der Schlußfolgerung auf Ziele und Inhalte über einzelne Links und veröffentlichte Kommentare erschließt sich mir nicht. Es klingt für mich etwas bemüht, wenn man zu dieser Argumentation greift, anstatt auf die Darstellungen des Kritisierten selbst einzugehen.

      „Verweise“ bzw. „Links“ verweisen auf etwas, sprich man empfiehlt das. Wenn man also auf bestimmte Blogs verweist, empfiehlt man deren Inhalt. Wenn man also einen Blog empfiehlt auf denen eine weiße Rassenüberlegenheit gepredigt wird, färbt das auch auf die eigenen Ansichten, auf den eigenen Blog ab, da man diese ja weiter empfiehlt. Es ging um diese Verbindung. Was mit

      Es klingt für mich etwas bemüht, wenn man zu dieser Argumentation greift, anstatt auf die Darstellungen des Kritisierten selbst einzugehen.

      gemeint ist erschließt sich mir noch nicht ganz.

      Bei Kritik an Begriffen wie “Volkstod” (den ich ebenfalls für ungeschickt halte) macht man es sich zudem zu leicht, wenn man nur auf die Nutzung des Begriffs durch Kräfte wie den NW hinweist, ohne den Kontext zu beachten, in dem der Kritisierte ihn verwendet hat.

      „Volkstod“ wird auch von der „Blauen Narzisse“ verwendet und hat als Begriff seine sachliche Seite, weswegen ich die Verwendung dieses Begriffes auch „an sich“ nicht angreife, höchstens kritisiere. Wenn der Begriff aber in Kombination „Die Demokraten bringen uns…“ verwendet wird, ist die Sache klar und es braucht keiner Diskussion mehr.

      Die Kritik daran beschränkt sich aber meist (auch hier) darauf, diese Position karikaturhaft zu überzeichnen (“Angehörige anderer Völker werden fast schon zu einer anderen Spezies”) und die Position dann für unmoralisch zu erklären. Auch diese Kritik macht es sich m.E. zu leicht, weil sie auf Argumentation verzichtet. Die Herkunftsthese argumentiert hingegen streng empirisch und kann darauf verweisen, das die Herausbildung gemeinsamer Identität umso schwerer fällt, je unterschiedlicher die jeweilige Herkunft ist. Wer diese These kritisiert, müsste nun Beispiele dafür finden, in denen dies nicht der Fall war.

      Die Herkunfts- bzw. Abstammungsproblematik: Nicht ich war es, der den Satz mit den „Schweinen im Pferdestall“ gesagt hat, sondern unsere Hardcore-Mega-Super-Hammer-Spitze-Reinrassigen-Teutschen Arier in Kommentaren bei dem stillgelegten Deutschlandecho-Projekt und in einer Variante mit Bäumen bei den verbotenen „Unsterblichen / Spreelichter“. Und wenn man Menschen (gerade wenn sie zu einer anderen Rasse gehören) zu einer anderen „Spezies“ macht, mit der man umspringen kann wie man will, halte ich das für sehr unmoralisch. Beispiel: „Deutsches Schwein!“ wie es einige „Bereicherer“ zu sagen pflegen, bevor sie wieder einen Deutschen tottreten.

      Die Abstammung bzw. das „Blut“ das man hat, sind ein wichtiger Aspekt bei der kollektiven Identität aber eben nur ein Aspekt. Andere Aspekte sind auf jeden Fall auch noch der Lebensraum (Boden) und die Kultur (Geist) die man teilt. Diese Punkte sind für mich gleichwertig. Stimmt ein was von diesen Dreien nicht, kann es schwierig werden aber trotzdem am Ende darauf hinauslaufen, dass jemand alle drei Punkte anerkennt. Wenn einer dieser Punkte aber überbewertet wird, ist das genauso schlecht. Z.B. die Abstammung. Ich bringe jetzt mal ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis. Dort haben einige nur teilweise oder überhaupt kein „deutsches“ Blut, sind aber mit mir hier aufgewachsen und wurden hier sozialisiert. Wenn es jetzt nach einigen Rassenfanatikern gehen würde müsste ich zu denen hingehen und sagen: „Gibt mal bitte eure Pässe her! Ein paar Leute im Internet haben gesagt eure Abstammung ist unzureichend. Tut mir leid das ihr in den vergangenen 25 Jahren stolz auf Franken, auf unsere tausendjährige Heimatstadt, auf Deutschland wahrt, das Deutschlandlied sogar mit allen drei Strophen gesungen, nicht anders gelebt habt wie alle anderen Jugendlichen hier und einfach Deutsche wart, die Verwandtschaft im Ausland haben.“ Diese Ausgrenzungslogik finde ich irre. Ich habe auch erlebt, dass es nicht ganz funktioniert aber wegen denen paar Leuten verrate ich nicht die, die längst dazu gehören.

      Meine Freunde verleugnen ihre ausländische Abstammung auch nicht und stehen zu ihren z.B. marokkanischen und argentinischen Verwandten. Entfremdet sie das von den Deutschen? Sie wurden ja auch „rassistisch diskriminiert“. Die Deutschlehrerin wollte einen Freund von mir nicht aufs Gymnasium lassen, weil „Ausländer da nicht hingehören“. Jetzt studiert er Biologie.
      Für sie ist vollkommen klar, das sie Deutsche sind und jetzt hier ihre Wurzeln liegen und folglich alle Kinder die sie hervorbringen, auch Deutsche sein werden. Erwähnt werden muss, das sie eben nicht in irgendwelchen homogenen Kolonien, Multi-Kulti-Communities oder Parallelgesellschaften aufgewachsen sind, sondern als Teil des Volkes. Deswegen bin ich gegen Masseneinwanderung wie auch gegen irgendeine Form von übertriebener Segregation und Apartheid.

  6. niekisch sagte:

    „es ist die Kombination mit den “Demokraten”. “Demokraten bringen uns den Volkstod” ist keine Phrase, die man aus Unwissenheit verwendet – die Aussage ist klar.“

    Ja, cundar, sie ist eindeutig gegen die tragenden Grundsätze unserer Verfassungsordnung gerichtet und läßt erkennen, daß die Verwender die Demokratie und damit die Demokraten aus weltanschaulichen Gründen ablehnen. Deswegen sind sie in die IB nicht integrierbar.

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