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Archiv für den Monat Februar 2013

Da ich in der vergangenen Woche die 70sten Gedenktage zur Verteilung der Verhaftung und Hinrichtung der Weißen Rose vergessen habe, möchte ich dies nun im Kleinen Nachholen. Ich verweise auf einen Artikel von Herbert Ammon aus der Jungen Freiheit(Verweis), der den heutigen Umgang mit der weißen Rose kritisch kommentiert und auf die patriotische Motivation der Mitglieder der Weißen Rose hinweist, die heute zunehmend „vergessen“ werden.

Dabei fragt Herr Ammon „wo und wann“ das „denkwürdige Schlusswort Kurt Hubers“ zitiert wird, „das mit einer Sentenz des Nationalerziehers Johan Gottlieb Fichte endete“. Tatsächlich hat die SZ den Schlusssatz bei ihrer Bilderschau(Verweis) zitiert:

„Und handeln sollst du so/ Als hinge von dir und deinem Tun allein/ Das Schicksal ab der deutschen Dinge/ Und die Verantwortung wär´ dein.“

Dieser letzte Satz wird Fichte zugeschrieben, stammt aber angeblich von Albert Matthai (Verweis) aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Das die SZ ihn zitiert ist gut aber ich fürchte damit geht es auf ein Ende zu…

Um damit zum aktuellen Gedenken zurück zukommen: Die Motivation der „Weißen Rose“ nur auf ihren Patriotismus zu beziehen wäre falsch, denn dafür war ihr christlich-humanistischer Standpunkt zu groß, beziehungsweise in einer fruchtbarer, traditionellen Verbindung mit Patriotismus und Nation gestanden. Und genau das fasziniert mich an der „Weißen Rose“ bis heute: Das sie Gruppen- bzw. Volkszugehörigkeit und persönliche Freiheit versucht haben auszubalancieren, in der Herrschaft des Unrechts (Das „Volk“ war alles und der Einzelne nichts) konsequent dazu standen und damit auch zu ihren Fehlern. Für manche heutigen Betrachter erscheint das „kopflos“, für mich ist es vorbildhaft. Neben manchen Mitgliedern des Jungdeutschen Ordens, den Verschwörern des 20. Juli und Kurt Schumacher steht die Weiße Rose als positive Identifikationsfiguren aus dieser Zeit für mich fest.

Diese Vielseitigkeit ihrer Motivation steht die heutige Einseitigkeit des Umgangs mit Ihnen gegenüber. Wer ihre Flugblätter im Original liest(Verweis), weiß, dass sie heute mit dieser Motivation und Wortwahl als Rechtsextreme oder mindestens Rechtspopulisten angesehen werden würden. Zitat aus Flugblatt Nr. 6(Verweis):

 „… Auf uns sieht das deutsche Volk! Von uns erwartet es, wie 1813 die Brechung des Napoleonischen, so 1943 die Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes. Beresina und Stalingrad flammen im Osten auf, die Toten von Stalingrad beschwören uns! …“

Deswegen werden sie im öffentlichen Umgang zunehmend auf ein radikalliberales, weltbürgerliches Bild(Verweis) begrenzt. Aber was ist, wenn auch das noch zu bürgerlich ist? Irgendwann – ich fürchte schon früher als gedacht – wird der Tag kommen, da wird die patriotische, konservervative oder bürgerliche Seite von sogenannten  „Historikern“ zur „Diskussion gestellt“, sprich die gleichgesinnten Journalisten und Historiker werden sie öffentlich als „faschistisch“ brandmarken. Man wird ihren „Rassismus“, „Patriotismus“ und „völkischen Nationalismus“ anklagen. Ein paar Zugeständnisse werden gemacht (die „Zivilcourage“) aber ansonsten wird klar sein: „Für eine weltoffene, moderne und multikulturelle Gesellschaft taugen diese Personen nicht mehr als Vorbilder.“.  Anschließend werden die Geschichtsbücher neu geschrieben und Generationen von „Menschen in der Bundesrepublik“ werden die Geschichte von „kleinbürgerlichen Mitläufern“ erzählt bekommen, die zwar „Zivilcourage“ gehabt hätten aber eben die falsche Gesinnung. Dafür wird man vielleicht irgendwelche kommunistischen Widerstandskämpfer als besonderes Vorbild aufführen – denn die waren ja schon immer in der Opposition… Und so werden die, die eben auch für Deutschland ihr Leben gegeben haben, letztendlich von „Antifaschisten“ gegen Deutschland verwendet. Eine dunkle Vision (nun für manche eine ausgesprochen helle, werden doch  endlich  die „nationalen Grundübel“ der BRD weiter demontiert und die Bundesrepublik der erwünschten Weltrepublik einen Schritt näher gebracht.).

Laut Ammon war im geplanten „Letzten“  Flugblatt der „Weißen Rose“ der Satz: „Hitler und sein Regime muß fallen, damit Deutschland weiterlebt.“ enthalten.
Hitler ist gefallen aber das „Weiterleben Deutschlands“ wird mit einem einseitigen Bild der „Weißen Rose“ kriminalisiert und langsam unmöglich gemacht. Das kann man als Sieg Hitlers bezeichnen… Aber nein, das kann es nicht sein. Ich verweise hier auf das ganze Gedicht von Albert Matthai, das Kurt Huber in Auszügen am Ende seiner Verteidigung benutzt hat:

Fichte an jeden Deutschen
Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an deines Volkes Aufersteh’n.
Laß diesen Glauben dir nicht rauben,
trotz allem, allem was gescheh’n.
Und handeln sollst du so, als hinge
von dir und deinem Tun allein
das Schicksal ab der deutschen Dinge
und die Verantwortung wär’ dein.

Carl von Clausewitz, Quelle: Wikimedia Commons

In der Zeit deutet der Historiker Wolfram Wette deutsche Geschichte(Verweis) (von den Befreiungskriegen bis zum ersten Weltkrieg) mal wieder aus Nazi-Perspektive  und lässt damit wieder die ganze Geschichte vor 1933 als pures Vorspiel eines latent faschistischen Volkes erscheinen. Er verhält sich damit sehr artig, warum erkläre ich gleich… Vorher möchte ich das schon als „Krankheit“ bezeichnen, das in Deutschland Geschichte nicht chronologisch, sondern von 1933 rückwärts erzählt wird. Dadurch gibt man den „zwölfjährigen“ Nazis eine Deutungshoheit die ihnen im jahrtausendealten Wirken und Werden unseres Volkes einfach nicht zusteht. Die Vorstellung einer „von sich aus“ verbrecherischen nationalen Identität anzugehören, ist das beste Mittel zur Dekonstruktion eben dieser Identität. Verfestigt wurde dieser „Glauben“ nicht nur durch die Nazis und ihren Vorgängern, sondern ausgrechnet auch durch die Allierte Reeducation. Ein augenöffnendes Beispiel findet man in dem us-amerikanischen Propagandafilm „Here is Germany“(YouTube) der die aggressive Geschichtsschreibung der Nazis als DIE „deutsche Geschichte“ darstellt.
Zurück zum Artikel: Zwar hat er mit der übertriebenen Anerkennung des Opfertodes stellenweise recht, blendet aber aus, dass auch im Ausland der Opfertod im Kampf als wichtig erschien. Überraschender Weise lässt die Zeit Kommentare zu, die diesen abgehobenen Charakter des Artikels zerpflücken. Diese sind lesenswert.

cundars Rassismus- Überall Rassismus #5-01Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Reihe so schnell fortsetzen kann aber bitte schön: Das im Antirassismus, der „Kritischen Weißheitsforschung und der „Politischen Korrektheit“ der Wurm drin ist und diese maßlose, einseitige Übertreibungen produzieren kann, beweist mal wieder SPON. Hier wird auf einen US-Blog verwiesen(Verweis), auf dem die schwarze Autorin Dodai Stewart den Bikini-Bildern der Sports Illustrated „Rassismus und koloniale Rollenbilder unterstellt(Verweis)„, die das Exotische durch Stereotypen produzieren.

So, so.

Bei solchen Aufnahmen geht es ja „vielleicht“ genau darum: Wer ist denn die Zielgruppe? Der normale US-Amerikaner (egal ob männlich, weiblich, „weiß“, „schwarz“ oder „grün“), der leichtbekleidete, wohlgeformte und idealisierte Weibsbilder sehen möchte. Geschätzte 90% der Betrachter werden diese Art Frauenkörper leibhaftig nie zu Gesicht bekommen, dadurch sind die abgebildeten Frauen schon hochgradig „exotisch“ und ideal, sie deswegen mit dem entsprechenden Hintergrund auszustatten ist nur logisch. Natürlich sind die ganzen Szenerien um die dargestellten Damen nichts weiter als Kulisse die der einfachen und oberflächlichen Betrachtungsweise dieses Bildertyps genügen muss. Es werden Phantasien bedient. Und das geht am besten mit Stereotypen, in dem man die kulturellen, landschaftlichen und völkischen Eigenarten konzentriert darstellt. Bei einer Bildberichterstattung über das Oktoberfest wären sicher auch weiße Frauen in Dirndl, Maßkrüge und Brezeln abgebildet worden. Warum nicht in Namibia einen nackten Mann in traditionellen Lendenschurz? Es ist schon klar das in Afrika nicht alle nackt rumrennen aber diese Fotos sind ja keine Reportage. Wie langweilig wäre es auch gewesen, die Frauen in einem namibischen Einkaufszentrum abzulichten, die es von der Bauform vielleicht in den USA auch zu hauf gibt? Wo wäre da der reizvolle Unterschied gewesen? Enttarnend ist, dass die Autorin die Aufnahmen in denen z.B. europäische Klischees / Stereotypen (Matadoren in Spanien) „als nicht so schlimm“ findet aber um die Darstellung des namibischen nackten Mannes einen mords Aufstand macht.  Der Spiegel ist ausnahmsweise so kritisch und verweist auf andere Blogger die die Hauruck-Argumentation der Bloggerin ähnlich kritisch sehen(Verweis).

Zitat von Peter Bella:

“ […]And so outrage is being directed at “Sports Illustrated” over its 2013 Swimsuit Issue. The magazine’s crimes against tender sensitivities include posing white models with indigenous people in their native garb and with penguins in their natural habitat. That’s right folks, even penguins are protected by the politically correct multi-culti storm troopers.

[…] We all learned something important. We finally know what an associate professor of Critical Culture, Gender, and Race Studies and a Professor of History and Ethnic Studies, Director, Center for the Study of Race and Ethnicity in America (CSREA) do. They earn their living by being perpetually disturbed. […]“

Ich frage mich auch, wie die Motive hätten aussehen sollen, damit die Vorwürfe nicht aufgekommen wären? Damit verbunden ist auch, wie denn dieser individualistische Einheitsmensch aussehen soll, den sich die Angehörigen der oben genannten Theorien/Lehren vorstellen? Und vor allem: Warum müssen dafür verortbare landschaftliche, kulturelle und völkische Eigenarten verschwinden? Warum sollte man noch Verreisen, wenn es keinen Reiz, keine Lust, nicht diese erfassbare Einzigartigkeit wie sie das Erdenrund hervorgebracht hat und die kontrastreiche Heimat in die man wieder zurückkehren kann, mehr gibt?

Was ist so schlimm daran?

Ich habe beim Störungsmelder einen Artikel über die Identitäre Bewegung Deutschlands (Verweis) kommentiert. Leider wurde er wegen der Länge (Es war ganz sicher nicht der Inhalt, sondern die Länge ; ). Eine Begründung seitens des Störungsmelders kam nicht. ) nicht veröffentlicht. Ich hole das deswegen hier nach:

„… Dies alles erklärt sich aber nicht, erkennt man darin nicht die Kränkung einer elementaren Moral: des Vorrangs des Eigenen gegenüber dem Fremden, der Gemeinschaft gegenüber den Minderheiten, der älteren Bindungen gegenüber den neueren. Einwanderung und Eingliederung wurden in Deutschland so betrieben, als ob es die soziomoralischen Grundgesetze gar nicht oder zu unrecht gäbe oder als ob sie bestraft werden müßten für das Schindluder, das die kollektivistischen Ideologien mit ihnen getrieben hatten. Nur die Gegenmoral bekam eine Stimme. Sie tönte wie die Dame ohne Unterleib. …“ – Karl Otto Hondrich

Quelle: http://www.welt.de/print-welt/article214904/Einwanderung-ist-Zumutung.html

Herr Hondrich ist wohl als nicht rechtsextrem anerkannt.

Die IDB scheint nicht nur ausschließlich von der sogenannten „Neuen Rechten“ geschaffen („motiviert“ und „inspiriert“ sicher mehr, als von ihr „initiiert“) worden zu sein, sondern wirkt auch wie das Ergebnis der multikulturellen Bevölkerungs- und Einwanderungspolitik der letzten Jahrzehnte, die mit einheimischen Werten und „Selbstverständlichkeiten“ nicht zimperlich umgegangen ist, diese sogar stellenweise kriminalisiert hat. Das hat Hondrich kritisiert und die IDB kann durch aus jetzt als legitime Gegenbewegung gedeutet werden, die auf diesen „Missstand“ hinweist und dagegen arbeiten möchte. Es handelt sich also um Menschen die aus den gleichen gesellschaftlichen Verhältnissen heraus entstanden und nicht von weltfremden ominösen „Stammtischen“ „geboren“ worden sind, wie viele „multikulturelle AutorInnen“ der ZEIT. Die IDB hat natürlich  etwas „Stammtischhaftes“ aber welche politische Gruppierung hat schon keine „Stammtische“ und vereinfachte Parolen!? Klar ist auch, dass etablierte „rechte“ Gruppierungen (Freie Kräfte, Junge Nationaldemokraten usw.) in die IDB drängen oder den Stil kopieren, genauso wie sie sie aber auch ablehnen, weil sie noch zu sehr am „bundesrepublikanischen Grundkonsens“ dran ist und es zum Ärger dieser Gruppen mehr um die Identität als um die Rasse geht. Das die Haltung der Identitären Bewegung an sich, den Menschen gegenüber aber die gleiche sein muss wie bei diesen rechtsextremen Gruppen, ist deswegen fraglich. Die Meinungen und Stellungnahmen der IDB unhinterfragt zu kriminalisieren und in ein gewohntes Schema („Rechts“) zu stecken, wirkt daher kleinlich. Warum wollen diesen jungen Menschen denn Traditionen, Heimat  und eine verortbare Identität?

„Aus Dummheit! Heimat ist für Leute mit Angst vom Verreisen!“ ist hier oft das Gegenargument, um der Frage die Berechtigung zu rauben.

Hier möchte ich aus dem Fazit von Schmidt-Denters europäischer Identitätsstudie zitieren:

„4. Nationale Identität: Krankheitssymptom oder Gesundheitsfaktor?

Die empirische Evidenz für die salutogenetische Relevanz einer gesicherten nationalen Identität ist geradezu überwältigend. Diese hat eine stabilisierende Wirkung sowohl auf das Individuum als auch auf die Gesellschaft. Trotz dieser klaren internationalen Forschungslage finden sich bei deutschen Autoren Plädoyers zugunsten des Antinationalismus, die sich von der Vorstellung eines „Krankheitssymptoms“ (häufig auch „Dummheit“) der nationalen Identität leiten lassen. Diesen liegen möglicherweise unbewältigte Affekte in Bezug auf die nationalsozialistischen Verbrechen oder auch die explizite Absicht, destabilisierend und dekonstruktiv zu wirken, zu Grunde.“

Quelle: http://schmidt-denter.de/buch_deutsche_und_ihre_migranten.html

Unabhängig von der IBD bleibt die Frage der Identität relevant.

MfG

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Salutogenese: „Salutogenese (Gesundheitsentstehung, abgeleitet von lat. salus für Gesundheit, Wohlbefinden und genese von griechisch γένεσις, genesis ‚Geburt‘, ‚Ursprung‘ ‚ ‚Entstehung‘) bezeichnet zum einen eine Fragestellung und Sichtweise für die Medizin und zum anderen ein Rahmenkonzept, das sich auf Faktoren und dynamische Wechselwirkungen bezieht, die zur Entstehung (Genese) und Erhaltung von Gesundheit führen. …“ von Wikipedia (Verweis)

cundars Rassismus- Überall Rassismus-01Herr Hahn ist nicht bei den Grünen, bei der SPD oder der Linken sondern bei der FDP. Leider wollte er in dieser Position  die „allseits“ geforderte Debatte um Rassismus anstoßen, weil die „Gesellschaft“ seiner Meinung nach (!)  vielleicht nicht bereit für einen asiatischen Vize-Kanzler sei. Der Satz des Anstoßes: „Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.“
Grüne, Linke und SPD poltern los. Reißen das Gesagte aus dem Zusammenhang und lassen den Hintergrund der Person weg.

Immerhin ist Herr Hahn Integrationsminister in Hessen und hat als solcher einige Vorschläge zu verantworten wie z.B. solche, die im Endeffekt ausländische Gentialverstümmelerer (Beschneidung bei Mädchen) vor der Abschiebung schützt (Verweis) und  für die Schaffung eines islamischen Religionsunterrichts ausgerechnet die türkische DITIP vorschlägt (Verweis). Das hört sich doch alles super nach rot-grün an. Warum also der Aufstand?

Die Reaktionen wirken übertrieben. Sie wirken in etwa so wie die Reaktion eines Kindes, das feststellt, dass man ihm sein Spielzeug weggenommen hat und ein anderes Kind jetzt damit spielt. Also versucht das „bestohlene Kind“ das andere Kind schlecht zu machen („Er spielt damit nicht, er machts kaputt!“) um sein Spielzeug wieder zu bekommen. Die „Antirassismuspolitik“ wird durch diesen Vorgang als Werkzeug enttarnt, das auch einem anderen Zweck dient als vorgegeben wird. Einem politischen Zweck, der offensichtlich nur von bestimmten Personen verstanden werden kann. Und diesen Zweck scheinen Integrationsminister von der FDP nicht ganz zu dienen. Welcher Zweck könnte das sein?

Schauen wir uns die Kommentare unter den Artikeln in den Online-Medien an. Die AntirassistInnen brüsten sich oft damit, das sie bessere Menschen (toleranter, offener, glücklicher, kritischer usw.) hervorbringen. Den Typ Mensch den man jetzt in den Kommentarspalten antrifft und der sich über Hahns „Rassismus“ aufregt ist von seinen Aussagen her verbohrt und unbeirrbar. Die entsprechenden Parteien haben gesagt Hahn sei ein Rassist, also ist er es auch. Argumentieren geht nicht mehr. Selbst als der Betroffene, Herr Rösler, selber davon sprach, dass er das Gesagte nicht als Rassismus betrachte, blieb das Geplärre.  Die vermeidlich rassistische Person ist nicht mehr Teil einer Diskursgesellschaft und irgendwie auch nicht mehr Teil der Staatsbürger der Bundesrepublik mit allen demokratischen Grundrechten. Was bei dem „Judenrepublik“-Schimpfer von der NPD noch zutreffend ist, wird hier gnadenlos auf irgendeinen politischen Gegner verwendet. Dazu werden dann Äußerungen die für den „Beschuldigten“ sprechen sollten, erneut umgedeutet um sie gegen ihn zu verwenden. So wird die Äusserung von FDP-Chef Becker „Ich bekomme am Wahlkampfstand in der Fußgängerzone zu hören: Ich würde Euch ja wählen, aber dafür müsste erst einmal der Chinese weg“ so gedeutet, daß alle FDP-Wähler verkappte Rassisten sind.

Dazu ein Kommentator auf der sonst um „differenzierte Kommentare“ bemühten Zeit Online:

„Langsam nimmt das Ganze humoreske Züge an wenn man, auch mit Bewunderung, liest wie sich Hahn und seine Unterstützer gekonnt und variantenreich herauswinden. Das Verbiegen der deutschen Sprache ist ja die höchste Kunst des Politikers und läuft hier zu Höchstform auf.
‚Ich würde Euch wählen aber erst muss der Chinese weg‘ ist aber auch unfreiwillig entlarvend. Es handelt sich doch nach eigener Aussage um ein nicht seltenes Statement von FDP-Sympathisanten! Sehr interessant, haha.“

Oder beim Spiegel:

„Ich schließe mich SPD und Grüne an. Das ist Rassismus, definitiv. Hahn soll zu NPD wechseln, bevor NPD verboten wird. Wie kann sich solche ein Mensch Liberal nennen? Pfui.“

Die bestimmte Zwecksetzung wird wieder bei einem Zeit-Artikel (Verweis) über die Absage an Bundespräsident Gauck für eine erneute Gedenkveranstaltung, von einer Familie eines von der NSU Ermordeten erneut verdeutlicht. Ein Familienmitglied wehrt sich mit der Absage gegen die „Instrumentalisierung der Opfer zu politischen Zwecken“. Problem dabei: Wer trägt im Besonderen denn die Ermordeten wie eine Monstranz im täglichen Meinungskampf vor sich her?  Die Kommentatoren rühmen den Mut und die Entschlossenheit der Familienangehörigen sich gegen die „Instrumentalisierung“ zu wehren, sprechen aber mit keiner Silbe darüber, dass jetzt die ganze antifaschistische Kaste der Bundesrepublik die von dem „Terror-Trio“ Ermordeten erneut nutzt, um den „faschistischen Charakter der bürgerlichen Gesellschaft“ (Zusammengefasster Sinn) zu propagandieren und dem deutschen Volk wieder eine Kollektivschuld überzustülpen (Und dadurch Einwanderer weiter gegen die Ureinwohner in Stellung zu bringen.).

Also, auch wieder hier die Logik: wenn die „Bürgerlichen“ etwas für das Zusammenleben in Deutschland tun wollen, dann kann das nur falsch sein. Nur in den Händen eben dieser bestimmten nicht-bürgerlich, emanzipierten Gruppen kann Frieden und Freiheit in Deutschland gedeihen…

Dieser hysterische, dauergereizte und hyperempfindliche Typus in den Kommentarspalten oder auch bei Aktionen auf der Straße will das Ergebnis eben dieser antirassistischen, antisexistischen und sonstigen Anti-Politik sein, die durch emanzipatorische Ideologien gepredigt wird. Dieser Typus Mensch ist ein Wesen das in der Ideologie aufgeht, sein Tun nicht mehr reflektiert und nur in sofern kritisch Denken kann, als das es entgegengebrachte Kritik an ihrer Ideologie zu widerlegen versucht. Er kommt mit dieser Starrköpfigkeit dem fanatischen NPD-Anhänger meiner Meinung erstaunlich nahe, der überall Judeneinflüsse und Volksverräter sieht. Auch er ist recht schnell emotional bei der Sache und sieht sich vermeintlich im moralischen Recht: „Ich schütze nur meine Rasse!“ und „Ich schütze nur die Menschenrechte!“ steht sich gegenüber (Der ganze „Aufstand“ um die Bombardierung Dresdens wäre ein gutes Beispiel, für die Ähnlichkeit). So hält man sich die Leute bei der Stange. Versucht jemand anders als gewöhnt das „Werkzeug“ z.B. der Antirassismuspolitik zu nutzen, kann es nur nach hinten losgehen. Die Leute wissen, wem sie zu folgen haben. Das Werkzeug hat seinen Zweck erfüllt.

Die Debatte ist abgeklungen. Man kann sich jedoch sicher sein, dass in den üblichen Zirkeln weiter damit gekocht wird und der Satz von Herrn Hahn in irgendeiner Broschüre als Beispiel für unterschwelligen Rassismus in der deutschen Stammbevölkerung wieder auftauchen wird.

Um das Thema für heute abzurunden und dem oben geschilderten Wildheiten etwas Positives entgegenzusetzen: Der Typus des agitatorisch ideologisierten Mitglieds der Masse, der persönliche Unmutsäußerungen an politische Großäußerungen (vollkommen egal ob „mittig“, „links“ oder „rechts“)  andockt damit er blind folgen kann, wird von den  Jungdeutschen abgelehnt. Für uns entscheidend bleibt der Volksgenosse, der im Sinne eines Staatsbürgers politisiert ist und eine menschliche demokratische Kultur pflegt. Was das im Detail bedeutet, wird demnächst noch von uns ausgeführt werden.

Quellen (wenn noch nicht darauf verwiesen wurde):
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-02/fdp-hahn-roesler-rassismus
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/hessens-fdp-chef-hahn-verwirrt-mit-aussage-zu-roeslers-herkunft-a-882060.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kubicki-verteidigt-hahn-aeusserungen-ueber-roeslers-asiatisches-aussehen-a-882125.html

Ja, „Dresden 2013„, nicht 1945. Gestern haben in Dresden wieder zehntausende Bürger eine Menschenkette gebildet und der Spiegel berichtet (Verweis) so darüber:

„Dresden – In Dresden haben am Mittwoch mehrere tausend Menschen ein Signal gegen Rechtsextremismus gesetzt, aber auch an die Bombardierung der Stadt vor 68 Jahren erinnert. In der Altstadt bildeten am frühen Abend nach Angaben der Stadt über 10.000 Bürger eine kilometerlange Menschenkette als mahnendes Zeichen gegen Krieg und Gewalt. Sie demonstrierten damit zugleich gegen den Missbrauch des Gedenktags durch Rechtsextreme. …“

Also, die Dresdner haben „aber auch“ an die Bombardierung 1945 gedacht. Im Kern steht aber der aktuelle „Kampf gegen Rechts“ (Schon nicht mal mehr nur „Rechtsextremismus“, auch wenn der Autor des Spiegels in oben zitierter Stelle mal differenziert. Schon lange wird „Rechts“ und „Rechtsextrem“ als Synonym verwendet.), wenn man auf die Berichterstattung Rücksicht nimmt, das eigentliche Gedenken an 1945 wird dadurch doch irgendwie furchtbar abgewertet. Deswegen eben „Dresden 2013“ – es geht ja nicht mehr so wirklich um 1945. Damit hat der Spiegel den Usus der etablierten Kräfte auf den Punkt gebracht. Ist diese Minderbewertung des eigentlichen Anlasses nicht auch schon ein Missbrauch?

Grundsätzlich ist daran nichts Schlechtes, ein „Zeichen“ gegen den Missbrauch der Bombardierung durch politische Wiedergänger zu setzen und die Menschenkette ist ein Schönes. Das einige den sogenannten „Gedenkmarsch“ mit Gegendemonstrationen begleiten (nicht zu behindern versuchen) kann auch richtig sein (So, mit dieser Aussage verstoße ich jetzt groß gegen die rechte politische Korrektheit 🙂 ). Wenn aber eben das Gedenken so dermaßen in den Hintergrund rückt, nur um auf dem Rücken der Opfer seinen tagespolitischen Blödsinn durchzusetzen, sei es aus Gründen der Geschichtsverfälschung, Menschheitserlösungsfantasien oder eben wenigstens um an einen Tag im Jahr ein bisschen Gemeinschaft zu stiften, dann wird daraus ein „Karneval“. Felix Menzel hat die offiziellen Veranstaltungen an diesem Tag genauso „betitelt“, als „Karneval der Rechtsradikalen, Linksextremisten und Gutmenschen“.

Die Identitären Dresdens haben in der Nacht zum 13. Februar mit dem Aufstellen von Kerzen und hölzernen Gedenktafeln an wichtigen Orten den Opfern würdig gedacht. Hier geht’s zum ganzen Artikel von der Blauen Narzisse (Verweis) dazu.

Lesenswert ist auch ein Zeitzeugenbericht den die Welt veröffentlicht hat (Verweis). In diesem schildert Ernst Köhler-Haußen seine Erlebnisse während der Bombennacht und wie es ist, wenn der deutsche Feierabend auf Bombenkrieg trifft.

Ich kann nur hoffen das die politische Instrumentalisierung innerhalb der nächsten Jahre endgültig eingestellt wird.