Dresden 2013

Ja, „Dresden 2013„, nicht 1945. Gestern haben in Dresden wieder zehntausende Bürger eine Menschenkette gebildet und der Spiegel berichtet (Verweis) so darüber:

„Dresden – In Dresden haben am Mittwoch mehrere tausend Menschen ein Signal gegen Rechtsextremismus gesetzt, aber auch an die Bombardierung der Stadt vor 68 Jahren erinnert. In der Altstadt bildeten am frühen Abend nach Angaben der Stadt über 10.000 Bürger eine kilometerlange Menschenkette als mahnendes Zeichen gegen Krieg und Gewalt. Sie demonstrierten damit zugleich gegen den Missbrauch des Gedenktags durch Rechtsextreme. …“

Also, die Dresdner haben „aber auch“ an die Bombardierung 1945 gedacht. Im Kern steht aber der aktuelle „Kampf gegen Rechts“ (Schon nicht mal mehr nur „Rechtsextremismus“, auch wenn der Autor des Spiegels in oben zitierter Stelle mal differenziert. Schon lange wird „Rechts“ und „Rechtsextrem“ als Synonym verwendet.), wenn man auf die Berichterstattung Rücksicht nimmt, das eigentliche Gedenken an 1945 wird dadurch doch irgendwie furchtbar abgewertet. Deswegen eben „Dresden 2013“ – es geht ja nicht mehr so wirklich um 1945. Damit hat der Spiegel den Usus der etablierten Kräfte auf den Punkt gebracht. Ist diese Minderbewertung des eigentlichen Anlasses nicht auch schon ein Missbrauch?

Grundsätzlich ist daran nichts Schlechtes, ein „Zeichen“ gegen den Missbrauch der Bombardierung durch politische Wiedergänger zu setzen und die Menschenkette ist ein Schönes. Das einige den sogenannten „Gedenkmarsch“ mit Gegendemonstrationen begleiten (nicht zu behindern versuchen) kann auch richtig sein (So, mit dieser Aussage verstoße ich jetzt groß gegen die rechte politische Korrektheit 🙂 ). Wenn aber eben das Gedenken so dermaßen in den Hintergrund rückt, nur um auf dem Rücken der Opfer seinen tagespolitischen Blödsinn durchzusetzen, sei es aus Gründen der Geschichtsverfälschung, Menschheitserlösungsfantasien oder eben wenigstens um an einen Tag im Jahr ein bisschen Gemeinschaft zu stiften, dann wird daraus ein „Karneval“. Felix Menzel hat die offiziellen Veranstaltungen an diesem Tag genauso „betitelt“, als „Karneval der Rechtsradikalen, Linksextremisten und Gutmenschen“.

Die Identitären Dresdens haben in der Nacht zum 13. Februar mit dem Aufstellen von Kerzen und hölzernen Gedenktafeln an wichtigen Orten den Opfern würdig gedacht. Hier geht’s zum ganzen Artikel von der Blauen Narzisse (Verweis) dazu.

Lesenswert ist auch ein Zeitzeugenbericht den die Welt veröffentlicht hat (Verweis). In diesem schildert Ernst Köhler-Haußen seine Erlebnisse während der Bombennacht und wie es ist, wenn der deutsche Feierabend auf Bombenkrieg trifft.

Ich kann nur hoffen das die politische Instrumentalisierung innerhalb der nächsten Jahre endgültig eingestellt wird.

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