Rassismus. Überall Rassismus. #4 – Das Werkzeug in fremden Händen

cundars Rassismus- Überall Rassismus-01Herr Hahn ist nicht bei den Grünen, bei der SPD oder der Linken sondern bei der FDP. Leider wollte er in dieser Position  die „allseits“ geforderte Debatte um Rassismus anstoßen, weil die „Gesellschaft“ seiner Meinung nach (!)  vielleicht nicht bereit für einen asiatischen Vize-Kanzler sei. Der Satz des Anstoßes: „Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.“
Grüne, Linke und SPD poltern los. Reißen das Gesagte aus dem Zusammenhang und lassen den Hintergrund der Person weg.

Immerhin ist Herr Hahn Integrationsminister in Hessen und hat als solcher einige Vorschläge zu verantworten wie z.B. solche, die im Endeffekt ausländische Gentialverstümmelerer (Beschneidung bei Mädchen) vor der Abschiebung schützt (Verweis) und  für die Schaffung eines islamischen Religionsunterrichts ausgerechnet die türkische DITIP vorschlägt (Verweis). Das hört sich doch alles super nach rot-grün an. Warum also der Aufstand?

Die Reaktionen wirken übertrieben. Sie wirken in etwa so wie die Reaktion eines Kindes, das feststellt, dass man ihm sein Spielzeug weggenommen hat und ein anderes Kind jetzt damit spielt. Also versucht das „bestohlene Kind“ das andere Kind schlecht zu machen („Er spielt damit nicht, er machts kaputt!“) um sein Spielzeug wieder zu bekommen. Die „Antirassismuspolitik“ wird durch diesen Vorgang als Werkzeug enttarnt, das auch einem anderen Zweck dient als vorgegeben wird. Einem politischen Zweck, der offensichtlich nur von bestimmten Personen verstanden werden kann. Und diesen Zweck scheinen Integrationsminister von der FDP nicht ganz zu dienen. Welcher Zweck könnte das sein?

Schauen wir uns die Kommentare unter den Artikeln in den Online-Medien an. Die AntirassistInnen brüsten sich oft damit, das sie bessere Menschen (toleranter, offener, glücklicher, kritischer usw.) hervorbringen. Den Typ Mensch den man jetzt in den Kommentarspalten antrifft und der sich über Hahns „Rassismus“ aufregt ist von seinen Aussagen her verbohrt und unbeirrbar. Die entsprechenden Parteien haben gesagt Hahn sei ein Rassist, also ist er es auch. Argumentieren geht nicht mehr. Selbst als der Betroffene, Herr Rösler, selber davon sprach, dass er das Gesagte nicht als Rassismus betrachte, blieb das Geplärre.  Die vermeidlich rassistische Person ist nicht mehr Teil einer Diskursgesellschaft und irgendwie auch nicht mehr Teil der Staatsbürger der Bundesrepublik mit allen demokratischen Grundrechten. Was bei dem „Judenrepublik“-Schimpfer von der NPD noch zutreffend ist, wird hier gnadenlos auf irgendeinen politischen Gegner verwendet. Dazu werden dann Äußerungen die für den „Beschuldigten“ sprechen sollten, erneut umgedeutet um sie gegen ihn zu verwenden. So wird die Äusserung von FDP-Chef Becker „Ich bekomme am Wahlkampfstand in der Fußgängerzone zu hören: Ich würde Euch ja wählen, aber dafür müsste erst einmal der Chinese weg“ so gedeutet, daß alle FDP-Wähler verkappte Rassisten sind.

Dazu ein Kommentator auf der sonst um „differenzierte Kommentare“ bemühten Zeit Online:

„Langsam nimmt das Ganze humoreske Züge an wenn man, auch mit Bewunderung, liest wie sich Hahn und seine Unterstützer gekonnt und variantenreich herauswinden. Das Verbiegen der deutschen Sprache ist ja die höchste Kunst des Politikers und läuft hier zu Höchstform auf.
‚Ich würde Euch wählen aber erst muss der Chinese weg‘ ist aber auch unfreiwillig entlarvend. Es handelt sich doch nach eigener Aussage um ein nicht seltenes Statement von FDP-Sympathisanten! Sehr interessant, haha.“

Oder beim Spiegel:

„Ich schließe mich SPD und Grüne an. Das ist Rassismus, definitiv. Hahn soll zu NPD wechseln, bevor NPD verboten wird. Wie kann sich solche ein Mensch Liberal nennen? Pfui.“

Die bestimmte Zwecksetzung wird wieder bei einem Zeit-Artikel (Verweis) über die Absage an Bundespräsident Gauck für eine erneute Gedenkveranstaltung, von einer Familie eines von der NSU Ermordeten erneut verdeutlicht. Ein Familienmitglied wehrt sich mit der Absage gegen die „Instrumentalisierung der Opfer zu politischen Zwecken“. Problem dabei: Wer trägt im Besonderen denn die Ermordeten wie eine Monstranz im täglichen Meinungskampf vor sich her?  Die Kommentatoren rühmen den Mut und die Entschlossenheit der Familienangehörigen sich gegen die „Instrumentalisierung“ zu wehren, sprechen aber mit keiner Silbe darüber, dass jetzt die ganze antifaschistische Kaste der Bundesrepublik die von dem „Terror-Trio“ Ermordeten erneut nutzt, um den „faschistischen Charakter der bürgerlichen Gesellschaft“ (Zusammengefasster Sinn) zu propagandieren und dem deutschen Volk wieder eine Kollektivschuld überzustülpen (Und dadurch Einwanderer weiter gegen die Ureinwohner in Stellung zu bringen.).

Also, auch wieder hier die Logik: wenn die „Bürgerlichen“ etwas für das Zusammenleben in Deutschland tun wollen, dann kann das nur falsch sein. Nur in den Händen eben dieser bestimmten nicht-bürgerlich, emanzipierten Gruppen kann Frieden und Freiheit in Deutschland gedeihen…

Dieser hysterische, dauergereizte und hyperempfindliche Typus in den Kommentarspalten oder auch bei Aktionen auf der Straße will das Ergebnis eben dieser antirassistischen, antisexistischen und sonstigen Anti-Politik sein, die durch emanzipatorische Ideologien gepredigt wird. Dieser Typus Mensch ist ein Wesen das in der Ideologie aufgeht, sein Tun nicht mehr reflektiert und nur in sofern kritisch Denken kann, als das es entgegengebrachte Kritik an ihrer Ideologie zu widerlegen versucht. Er kommt mit dieser Starrköpfigkeit dem fanatischen NPD-Anhänger meiner Meinung erstaunlich nahe, der überall Judeneinflüsse und Volksverräter sieht. Auch er ist recht schnell emotional bei der Sache und sieht sich vermeintlich im moralischen Recht: „Ich schütze nur meine Rasse!“ und „Ich schütze nur die Menschenrechte!“ steht sich gegenüber (Der ganze „Aufstand“ um die Bombardierung Dresdens wäre ein gutes Beispiel, für die Ähnlichkeit). So hält man sich die Leute bei der Stange. Versucht jemand anders als gewöhnt das „Werkzeug“ z.B. der Antirassismuspolitik zu nutzen, kann es nur nach hinten losgehen. Die Leute wissen, wem sie zu folgen haben. Das Werkzeug hat seinen Zweck erfüllt.

Die Debatte ist abgeklungen. Man kann sich jedoch sicher sein, dass in den üblichen Zirkeln weiter damit gekocht wird und der Satz von Herrn Hahn in irgendeiner Broschüre als Beispiel für unterschwelligen Rassismus in der deutschen Stammbevölkerung wieder auftauchen wird.

Um das Thema für heute abzurunden und dem oben geschilderten Wildheiten etwas Positives entgegenzusetzen: Der Typus des agitatorisch ideologisierten Mitglieds der Masse, der persönliche Unmutsäußerungen an politische Großäußerungen (vollkommen egal ob „mittig“, „links“ oder „rechts“)  andockt damit er blind folgen kann, wird von den  Jungdeutschen abgelehnt. Für uns entscheidend bleibt der Volksgenosse, der im Sinne eines Staatsbürgers politisiert ist und eine menschliche demokratische Kultur pflegt. Was das im Detail bedeutet, wird demnächst noch von uns ausgeführt werden.

Quellen (wenn noch nicht darauf verwiesen wurde):
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-02/fdp-hahn-roesler-rassismus
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/hessens-fdp-chef-hahn-verwirrt-mit-aussage-zu-roeslers-herkunft-a-882060.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kubicki-verteidigt-hahn-aeusserungen-ueber-roeslers-asiatisches-aussehen-a-882125.html

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