Böse deutsche Geschichte

Carl von Clausewitz, Quelle: Wikimedia Commons

In der Zeit deutet der Historiker Wolfram Wette deutsche Geschichte(Verweis) (von den Befreiungskriegen bis zum ersten Weltkrieg) mal wieder aus Nazi-Perspektive  und lässt damit wieder die ganze Geschichte vor 1933 als pures Vorspiel eines latent faschistischen Volkes erscheinen. Er verhält sich damit sehr artig, warum erkläre ich gleich… Vorher möchte ich das schon als „Krankheit“ bezeichnen, das in Deutschland Geschichte nicht chronologisch, sondern von 1933 rückwärts erzählt wird. Dadurch gibt man den „zwölfjährigen“ Nazis eine Deutungshoheit die ihnen im jahrtausendealten Wirken und Werden unseres Volkes einfach nicht zusteht. Die Vorstellung einer „von sich aus“ verbrecherischen nationalen Identität anzugehören, ist das beste Mittel zur Dekonstruktion eben dieser Identität. Verfestigt wurde dieser „Glauben“ nicht nur durch die Nazis und ihren Vorgängern, sondern ausgrechnet auch durch die Allierte Reeducation. Ein augenöffnendes Beispiel findet man in dem us-amerikanischen Propagandafilm „Here is Germany“(YouTube) der die aggressive Geschichtsschreibung der Nazis als DIE „deutsche Geschichte“ darstellt.
Zurück zum Artikel: Zwar hat er mit der übertriebenen Anerkennung des Opfertodes stellenweise recht, blendet aber aus, dass auch im Ausland der Opfertod im Kampf als wichtig erschien. Überraschender Weise lässt die Zeit Kommentare zu, die diesen abgehobenen Charakter des Artikels zerpflücken. Diese sind lesenswert.

Advertisements
1 Kommentar
%d Bloggern gefällt das: