Weiße Rose

Da ich in der vergangenen Woche die 70sten Gedenktage zur Verteilung der Verhaftung und Hinrichtung der Weißen Rose vergessen habe, möchte ich dies nun im Kleinen Nachholen. Ich verweise auf einen Artikel von Herbert Ammon aus der Jungen Freiheit(Verweis), der den heutigen Umgang mit der weißen Rose kritisch kommentiert und auf die patriotische Motivation der Mitglieder der Weißen Rose hinweist, die heute zunehmend „vergessen“ werden.

Dabei fragt Herr Ammon „wo und wann“ das „denkwürdige Schlusswort Kurt Hubers“ zitiert wird, „das mit einer Sentenz des Nationalerziehers Johan Gottlieb Fichte endete“. Tatsächlich hat die SZ den Schlusssatz bei ihrer Bilderschau(Verweis) zitiert:

„Und handeln sollst du so/ Als hinge von dir und deinem Tun allein/ Das Schicksal ab der deutschen Dinge/ Und die Verantwortung wär´ dein.“

Dieser letzte Satz wird Fichte zugeschrieben, stammt aber angeblich von Albert Matthai (Verweis) aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Das die SZ ihn zitiert ist gut aber ich fürchte damit geht es auf ein Ende zu…

Um damit zum aktuellen Gedenken zurück zukommen: Die Motivation der „Weißen Rose“ nur auf ihren Patriotismus zu beziehen wäre falsch, denn dafür war ihr christlich-humanistischer Standpunkt zu groß, beziehungsweise in einer fruchtbarer, traditionellen Verbindung mit Patriotismus und Nation gestanden. Und genau das fasziniert mich an der „Weißen Rose“ bis heute: Das sie Gruppen- bzw. Volkszugehörigkeit und persönliche Freiheit versucht haben auszubalancieren, in der Herrschaft des Unrechts (Das „Volk“ war alles und der Einzelne nichts) konsequent dazu standen und damit auch zu ihren Fehlern. Für manche heutigen Betrachter erscheint das „kopflos“, für mich ist es vorbildhaft. Neben manchen Mitgliedern des Jungdeutschen Ordens, den Verschwörern des 20. Juli und Kurt Schumacher steht die Weiße Rose als positive Identifikationsfiguren aus dieser Zeit für mich fest.

Diese Vielseitigkeit ihrer Motivation steht die heutige Einseitigkeit des Umgangs mit Ihnen gegenüber. Wer ihre Flugblätter im Original liest(Verweis), weiß, dass sie heute mit dieser Motivation und Wortwahl als Rechtsextreme oder mindestens Rechtspopulisten angesehen werden würden. Zitat aus Flugblatt Nr. 6(Verweis):

 „… Auf uns sieht das deutsche Volk! Von uns erwartet es, wie 1813 die Brechung des Napoleonischen, so 1943 die Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes. Beresina und Stalingrad flammen im Osten auf, die Toten von Stalingrad beschwören uns! …“

Deswegen werden sie im öffentlichen Umgang zunehmend auf ein radikalliberales, weltbürgerliches Bild(Verweis) begrenzt. Aber was ist, wenn auch das noch zu bürgerlich ist? Irgendwann – ich fürchte schon früher als gedacht – wird der Tag kommen, da wird die patriotische, konservervative oder bürgerliche Seite von sogenannten  „Historikern“ zur „Diskussion gestellt“, sprich die gleichgesinnten Journalisten und Historiker werden sie öffentlich als „faschistisch“ brandmarken. Man wird ihren „Rassismus“, „Patriotismus“ und „völkischen Nationalismus“ anklagen. Ein paar Zugeständnisse werden gemacht (die „Zivilcourage“) aber ansonsten wird klar sein: „Für eine weltoffene, moderne und multikulturelle Gesellschaft taugen diese Personen nicht mehr als Vorbilder.“.  Anschließend werden die Geschichtsbücher neu geschrieben und Generationen von „Menschen in der Bundesrepublik“ werden die Geschichte von „kleinbürgerlichen Mitläufern“ erzählt bekommen, die zwar „Zivilcourage“ gehabt hätten aber eben die falsche Gesinnung. Dafür wird man vielleicht irgendwelche kommunistischen Widerstandskämpfer als besonderes Vorbild aufführen – denn die waren ja schon immer in der Opposition… Und so werden die, die eben auch für Deutschland ihr Leben gegeben haben, letztendlich von „Antifaschisten“ gegen Deutschland verwendet. Eine dunkle Vision (nun für manche eine ausgesprochen helle, werden doch  endlich  die „nationalen Grundübel“ der BRD weiter demontiert und die Bundesrepublik der erwünschten Weltrepublik einen Schritt näher gebracht.).

Laut Ammon war im geplanten „Letzten“  Flugblatt der „Weißen Rose“ der Satz: „Hitler und sein Regime muß fallen, damit Deutschland weiterlebt.“ enthalten.
Hitler ist gefallen aber das „Weiterleben Deutschlands“ wird mit einem einseitigen Bild der „Weißen Rose“ kriminalisiert und langsam unmöglich gemacht. Das kann man als Sieg Hitlers bezeichnen… Aber nein, das kann es nicht sein. Ich verweise hier auf das ganze Gedicht von Albert Matthai, das Kurt Huber in Auszügen am Ende seiner Verteidigung benutzt hat:

Fichte an jeden Deutschen
Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an deines Volkes Aufersteh’n.
Laß diesen Glauben dir nicht rauben,
trotz allem, allem was gescheh’n.
Und handeln sollst du so, als hinge
von dir und deinem Tun allein
das Schicksal ab der deutschen Dinge
und die Verantwortung wär’ dein.

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