Frei.Wild fliegt beim Echo raus – Ergebnis eines „linken“ Netzwerkes? Oder doch des Musikgeschmacks?

Die Echo-Nominierung der Band „Frei.Wild“ wurde nach Protesten einiger anderer Bands zurück genommen. Auch wenn ich die Band nie richtig hörte und auch leiden kann, muss ich dazu was schreiben. Denn es ist wieder ein „typischer Moment“. Ein Moment der so wunderbar klar macht, wie sich die Politische Korrektheit weiter ausbreitet und der berechtigte Kampf gegen politisch motivierte Kriminalität (Rechtsextremismus), erst zum ungerechten Kampf gegen ein politisches Spektrum (Rechts) und jetzt endgültig zu einem Kampf der Lebensarten mutiert. Oder?

Denn wie anders kann man es bezeichnen, dass Zeitungen und zahlreiche „Kampf-gegen-Rechts“-Portale das regelrecht feiern („wuhahaha… hahahah!!!“ Facebook-Konto von publikative.org über den Protest von Frei.Wild-Fans / Verweis Facebook ; Verweis „Feiern“)  und in den Kommentarspalten entweder das übliche „Es war eine Schande, dass die überhaupt nominiert wurden“ (Dabei richtet sich die Nominierung nach den Verkaufszahlen und eben nicht nach der Gesinnung!) und heftiger Verteidigung der Band.
Die Reaktionen werden verständlich wenn man sie als das Ergebnis der Arbeit dieser Portale der letzten Monate ansieht (Übersicht über Artikel die sich mit Frei.Wild befassen auf publikative.org, Verweis). Denn so finden sich seit Ende letzten Jahres bis heute mehr und mehr Artikel, die der Band sprichwörtliche „Gedankenverbrechen“ („rechtes Gedankengut“ -publikative.org) vorwerfen, da sie eben über „völkische“ und „patriotische“ Themen singen. Neunazis loben ihre Musik, die Vergangenheit des Sängers in rechtsradikalen Kreisen  werden aufgeblasen und sie werden konsequent in eine Reihe mit Neunazi-Bands wie z.B. Landser gestellt. Gegenargumente Band gelten nicht. Dabei wird das Netzwerk deutlich: Die antifaschistische (also „linksextreme“) Basis liefert die ideologische Diagnose, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen gesellschaftsfähig gemacht werden (Publikative.org, Verweis), die wiederum anschließend seriös verbreitet werden (Störungsmelder von Zeit-Online) und anschließend reagieren die gleich gesinnten (oder nur verarschten?) Künstler (egotronic, Kraftclub, MIA, Caspar etc.). Dazu kommen noch die aufgehetzten Leser, die fleißig Briefe / eMails schreiben.

Im Zuge dieses Vorganges wird der antinationale, kommunistische, hedonistische usw. Ausgangspunkt so aufgehübscht das die ursprüngliche Gesinnung nicht mehr so stark hervorspringt. Der Leser der z.B. etwas gegen die AntiFa hat, stimmt jetzt plötzlich einem Artikel zu, obwohl die Wurzeln eben in diesem „antifaschistischen“ Gedankengut liegen. Frei.Wild wird zum „Freiwild“ für jeden „Antifaschisten“.

Ein perfektes System. Ein geschlossenes System. Eine Parallelgesellschaft?

Denn worüber singt den Frei.Wild? Über die Themen die jeder „volkstümliche Schlagersänger“ oder Volksmusikant auch singt. Nur jetzt eben für die (meist männliche) Jugend interessant aufbereitet, lebendiger. Sie singen auch für ein Milieu in dem Haus oder Hof seit Generationen (Blut, Abstammung) in Besitz der Familie (Boden, Lebensraum) ist und die Kerwa/Kirmes/Kirchweih/Dorffest eines der kulturellen Höhepunkte (Geist, Kultur) des Jahres im Ort ist. Hier kommen die Blut-, Boden- und Geist-Thematiken her. Aus dem Leben und nicht aus „Mein Kampf“ u.ä.!
Ein Leben das so im Sinne des „Antifaschisten“ nicht mehr geben darf, das er hasst und das er bekämpft! Denn es ist nicht so individualistisch und egalitär (alle sind gleich) wie er/ sie sich das vorstellt. Nach dem die „Linke“ das „deutsche Proletariat“ (den „Arbeiter und Bauern“) an Konsumismus und Gewerkschaften verloren, als revolutionäre Basis für Intellektuelle, Künstler und Migranten aufgeben hat, scheint die Angst umzugehen das ihre aktuelle Meinungshoheit, in diesen von ihnen fallengelassenen Massen, kulturell untergraben werden könnte… Von einem allgemeinen Heimatbewusstsein nämlich, das vielleicht gerade im „fremdbeherrschten“, provinziellen und doch europäischen Südtirol besonders stark ausgeprägt ist.  Frei.Wild oder die „Identitäre Bewegung“ werden dann medial als Säue durchs Dorf getrieben, hintenrum aber eben dadurch oben genannte Lebensart weiter kriminalisiert. Gegenmeinungen werden ebenfalls kriminalisiert (logisch weil er ja nicht gleichgesinnt ist), so wurde von Endstation Rechts das Interview (Verweis Interview) das der freie Journalist und Betreiber des Online-Formats „FernsehkritikTV“ Holger Kreymeier geführt hat, mit Vorwürfen zugedeckt, um es als eine Art „Hofberichterstattung“ erscheinen zu lassen. Offensichtlich wird es, wenn der Autor die wahre Feststellung Kreymeiers: „Aber es gibt schon manche nervige Leute, leider, vor allem diese linken Gutmenschen, die jedes Wort von mir auf die verbale Goldwaage legen. (…) Wir steuern auf George Orwells 1984 zu, wir haben mittlerweile Neusprech in diesem Land!“ als Zeichen der Unterwürfigkeit darstellt. Herr Kreymeier reagierte darauf und kommentierte den Artikel, mit folgender Aussage, der ich mich anschließe: „… Ihrer Logik folgend scheint man nur dann ein geläuterter Ex-Nazi zu sein, wenn man zum linken Antifaschisten geworden ist. Aber das ist eben eine recht beschränkte Weltanschauung. …“. (Verweis)

Der Band wird ja auch Gewaltverherrlichung vorgeworfen. Ich glaube zu der oben erwähnten Lebensart gehört auch, das es mal zu einer Rauferei kommt. Aber anders als bei rechtsextremen Bands, habe ich bisher kein Lied von Frei.Wild gehört, dass Gewalt politisch legitimiert. Wenn Leute das reininterpretieren, ist das schade aber der Künstler kann nicht komplett bestimmen was in den Köpfen der Menschen aus seiner Kunst wird. Zudem muss man Ansprechen, dass es ganze Musik-Genres gibt, die von Gewalt („9mm“) und Sex („Neger bums mich!“) aus niedrigsten Beweggründen, nur so strotzen und mittlerweile zum Mainstream gehören. „Künstler“ aus diesem Genres bekommen „Integrations-Bambis“ und Interviews im Zeit-Magazin.  Kein Sex ist zu dreckig, keine Gewalt zu brutal – nur Heimat, das geht gar nicht.

Kurz gefasst: Auf der einen Seite haben wir es tatsächlich mit einem politischen Netzwerk zu tun, dass eine bestimmte politische Meinung vertritt und andere (auch nicht extreme) Meinungen durch eine umfassende Berichterstattung und kulturellere Begleitung (Die Aussagen des Rappers Caspar [Verweis] und Egotronics kleines Lied gegen Frei.Wild [Verweis]) kriminalisiert. Auf der anderen Seit mit einem Milieu oder einer Parallelgesellschaft, die sich den Frei.Wild-Fans intellektuell überlegen fühlen und sie deswegen verachten, wie früher der Aristokrat die Tänze des Bauers auch. Der Sakko-Tragende Redakteur der Zeit findet seinen Jazz eben besser als das Gegröle von Frei.Wild. Der Club-Mate (schmeckt mir auch 🙂 ) schlürfende Student der Politik, der gestern vom „Nazi-Bockieren“ heim kam, findet eben die hedonistisch-(pseudo-)gesellschaftskritischen Texte eines „Kraftclubs“ zum Entspannen besser. Der 17-Jährige, der eine Elektroniker-Ausbildung macht und den ganzen Tag nur Kabel verlegt hat, findet raue Stimmen mit harten Gitarrenklängen zum Feierabendbier dafür interessanter.

Wie am Anfang gesagt: Dieser Fall ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass es tatsächlich dieses Netzwerk bzw. diese Netzwerke gibt, die „linksextremistische“ (individualistischen Egalitarismus) Ansichten zur politischen Korrektheit erheben, bis sie Mehrheitsmeinungen werden. Das ist so wahr wie das die „Deutsche Stimme“ nur ein Parteiorgan und kein besonders nationales Werk ist und Wirtschaft-Lobbys den Neoliberalismus durch Zeitungsartikel propagandieren. Diese Netzwerke stützten sich auf ein Milieu das von Vorurteilen gegenüber anderen Milieus geprägt ist und auch keine Toleranz oder Reflexion aufbringen möchte.  Der Musikgeschmack wird zum Vehikel der Agitation.

Das sind Zustände die sich zügigst zum Positiven ändern müssen.

Nachtrag zu „Musikgeschmack“, entnommen aus „Stupedia“:

„Selbst Menschen, die frei von jeder politischen Bildung und Meinung sind und nicht wissen, wo bei einem Schuh vorn und wo hinten ist, wissen dank der Hilfe ihres Musikgeschmacks, wo sie stehen und, wichtiger noch, wo der Feind lauert. Darüber hinaus ermöglicht ein ausgeprägter Musikgeschmack es seinem Besitzer, ein flammendes Sendungsbewusstsein zu entwickeln, um das ihn jeder imperialistische Eroberer beneiden würde.“

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