2013 – Ist das was besonderes?

Ja.
1. Fanden vor 200 Jahren die Befreiungskriege statt. „Schicksaljahre“ – so muß man sie wohl nennen. Aber wie kann man sie deuten? Erik Lehnert von der Sezession (mit dessen Grundhaltung ich nicht oft einig bin) hat kompakt zusammengefasst, was man heute in der Bundesrepublik daraus macht:

„Der Tenor lautet: Der deutsche Sonderweg hat im quasi-reaktionären Krieg gegen Napoleon seine letzte Ursache. Mit anderen Worten: Der Welt wäre viel erspart geblieben, wenn wir uns seither als französisches Protektorat verstanden hätten. Stattdessen ging das „deutsche Sendungsbewußtsein aufs Ganze, mit Dolch und Schwert, Büchse und Schild“.

Die Erhebung gegen Napoleon wurde aufgeheizt von einem Weltbeglückungspathos. Maßlosigkeit überschlug sich, Maßlosigkeit erging sich in chauvinistischen Fantastereien. […] Die Maßlosigkeit des Monarchen, seine auch rücksichtslose Brutalität hat das deutsche Nationalbewußtsein mobilisiert, mit ihm so typische Sekundärtugenden wie den unbedingten Gehorsam gegenüber dem Chauvinismus und seinem tödlichen Programm.

So war das also und fortan belästigte Deutschland die Welt „mit furchterregender Nachhaltigkeit'“

In der GEO wird sich laut Lehnert zwar dann differenzierter damit befasst, kann sich aber eine eindeutige Spitze nicht verkneifen:

„Wenn man zurückschaut auf die Kosten, wäre die andere Trikolore, die blau-weiß-rote, vielleicht gar keine so schlechte Wahl gewesen.“

[Quelle: sezession.de]

FDP Generalsekräter Döring hat in der Bild am Sonntag einen besonderen Festakt zur 200. Jahrfeier unserer Nationalfarben gefordert, immerhin beruhen diese maßgeblich auf das Lützower Freikorps. Das sich die Farben auch auf das Heilige römische Reich Deutscher Nation beziehen, ist noch mal eine andere Sache. Wie Herr Döring damit weiterkam, wird nicht berichtet. Vermutlich nicht sonderlich.
Selbst in der DDR hat man mit großen Pomp die Befreiungskriege gefeiert. [Quelle: jungefreiheit.de]

2. Die Vorbereitungen zu den Gedenkfeiern für den Beginn des 1. Weltkrieges haben in ganz Europa begonnen. Nur in Deutschland nicht wirklich.

„Ganz gleich, wie im kommenden Jahr in verschiedenen Ländern Europas an den Ersten Weltkrieg gedacht wird: Gemeinsam ist den früheren Gegnern des kaiserlichen Deutschlands, dass die Erinnerung hundert Jahre danach präsent ist und gepflegt wird. Das ist eine deutliche Diskrepanz zur Bundesrepublik. Dabei ist es ein richtiger Ansatz: Die Gedenkfeiern sind mehr als Erinnerung an die Toten; sie dienen der Wertschätzung des internationalen Friedens, der Freiheit und des positiven Patriotismus für die Zukunft.“

Der Artikel bezieht sich zwar auch wieder nur im Negativ-Ton auf Deutschland (Während sich die Politiker anderer Nationen auch auf die positiven Seiten beziehen.) aber obiges Zitat bringt es auf den Punkt. Ein Kommentator bringt dazu nur das sarkastische Zitat, das man 2018 wohl „100 Jahre Versailles“ feiern wird. Das die 1919 waren, sei hier am Rande erwähnt.

[Quelle: welt.de]

2013: ein vergessenes Schicksalsjahr in Deutschland.

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