„Wir alle lieben den Euro! Wir alle lieben den Euro nicht!“ oder Gibt es ein „Ministerium für Wahrheit“?

Es gibt zwei Umfragen zum Euro. Bei der einen kommt raus, das die Deutschen den „Euro in der Mehrheit lieben“. Bei der anderen das sie ihn eher negativ sehen.

So schreibt der Spiege [Quelle]:

Neue Umfrage: Deutsche legen D-Mark-Nostalgie ab
Die Deutschen legen allmählich ihre Euro-Skepsis ab. Laut einer Umfrage wollen fast 70 Prozent die Gemeinschaftswährung behalten – trotz der Wirtschaftskrise in Südeuropa. Noch 2011 hatte sich gut die Hälfte der Bundesbürger nach der D-Mark zurückgesehnt.[…]“

Und vor einer Woche war in der Welt [Verweis Welt.de] zu lesen:

Jeder Dritte will D-Mark wiederhaben
Euro-Skepsis bei über 40-Jährigen am größten
[…]“

Hier geht man darauf ein, dass die Leute es zwar begrüßen, dass man problemlos im Ausland mit der gleichen Währung bezahlen kann aber ansonsten viele Nachteile von der Währung hat.

Diese Deutschen sehnen sich nach der D-Mark
Rund ein Drittel aller Deutschen plädiert laut einer Umfrage für die Rückkehr zur D-Mark. Die Euro-Skepsis lässt sich dabei sogar ganz konkret bei bestimmten Bevölkerungsgruppen nachweisen. […]“

Hier gibt es eine Übersicht über die Ergebnisse. [Verweis Welt.de]

Pikant: Beie Umfragen wurden von den Meinungsforschern der FORSA gemacht. Die Pro-Studie vom Handelsblatt. Die Contra-Studie von der Bank of Scotland.

Aus beiden Umfragen geht zumindest fast gleich auf hervor, dass das Vertrauen in den Euro bei um die 60 % liegen und sich je nach Altersgruppe zwischen 30 – 40 % die DM zurück wünscht. Ein „Ministerium für Wahrheit“, wie das Ministerium in dem „Roman 1984“ heißt, das alle Informationsquellen beherrscht und so die Menschen beeinflusst, scheint es nicht zu geben. Eher gibt es Medien, die entsprechend ihrer Gesinnung ihre Meldungen zu recht basteln. Genauso wie ich im Aufmacher dieses Artikels, die Formulierung „in der Mehrheit lieben“, einen noch positiveren Eindruck vermittele, als dass die Ergebnisse der Studie aussagen. Auch wenn es dieses „Ministerium“ nicht gibt, machen die Widersprüchkeit der Titel einen baff.
Das die Medien mit dieser Methode ihr Klientel bedien möchten, flackert kurz im Handelsblatt Artikel auf:
„[…] Von den Anhängern der Grünen sprechen sich sogar 88 Prozent für den Euro aus, gefolgt von FDP-Wählern mit 83 und Anhängern von CDU/CSU mit 75 Prozent. „Die für viele nicht durchschaubare Euro-Krise ängstigt die Deutschen zwar. Die Einstellung zum Euro als Währungseinheit wird davon aber heute nicht mehr berührt“, erklärt Forsa-Chef Manfred Güllner den Stimmungswandel. […]“ [Quelle: Handelsblatt]

Für alle außerhalb dieser Klientel, bleibt nichts als Unsicherheit, was denn jetzt richtiger sein könnte.

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