1. Mai – K(r)rampftag?

1Mai-01Heute ist wieder erster Mai, was für Millionen von Volksgenossen, Mitbürger und Gäste in unserem Land vor allem etwas elementares, großartiges sowie lebenswichtiges bedeutet: Ausschlafen!

Es ist einer der wenigen nationalen Feiertage die wir in Deutschland haben. Das Wetter soll auch nicht schlecht werden.

Für einige Menschen in Deutschland bedeutet der Tag allerdings weniger wohlgefällige Dinge – für sie ist er weiter ein Kampftag.

Ein „Kampf“ im Sinne von einer gemeinsamen Anstrengung zur Erreichung eines besseren Zustandes für die Gemeinschaft… eigentlich. Mit Recht ist so ein „Kampftag“ gefragt! Bei der Jugendarbeitslosigkeit in Europa, den prekären Arbeitsbedingungen in vielen Berufen weltweit und der immer noch wuchernden Krise.

Die Möchtegern-Nazis können – an so ziemlich dem einzigen Feiertag aus der Nazi-Zeit – Traditionen pflegen und versuchen die Völker der Welt wieder gegeneinander auszuspielen, in dem sie sich allzu sehr auf den „deutschen Arbeiter“ konzentrieren. Die Glaubwürdigkeit verpufft in Sekunden, wenn die Parolen gebrüllt werden. „Arbeit“ im Nationalen-Sozialismus? Wird man vielleicht haben aber was für welche!? Und wo ist das „Bessere“ daran?

Leider berufen sich auch die Gegenseite auf eine andere aber ähnliche Tradition dieses Tages und freuen sich über die „Würze“, die sie durch die Neunazi-Aufmärsche erhalten. Jetzt können sie nicht nur Kapitalisten hinterherschreien, sondern auch leibhaftige Faschisten „angreifen“ („Antifaschismus heißt Angreifen!“) bzw. „friedlich blockieren“. Alles unter dem Überbau der „sozialen Revolution“, die schlimmsten Falls eine Art Steinzeit mit anderen Geschlechterrollen verspricht zu werden. Der „deutsche Arbeiter“ spielt hier dagegen keine Rolle, es geht ja ums große Ganze, das da irgendwie für jeden „gleich“ und „frei“ sein soll.

„Gesetzgeber oder Revolutionärs, die Gleichsein und Freiheit zugleich versprechen, sind Phantasten oder Charlatans.“

meinte Goethe [Quelle unten]. So feiern also diese Gegenseiten ihren „Kampftag“ ohne wirklichen „Kampf“, denn die Ziele sind irrig und der „Kampf“ ist eben nicht die „Anstrengung zum Erreichen eines besseren Zustandes der Gemeinschaft“ sondern ein abbrennen ideologischer Momente, ein sich-gegenseitig-Zermürben, eine Anstiftung zum sozialen Unfrieden, der Verachtung der Arbeit zum Besseren hin und Geringschätzung des Erreichten.

Was für ein scheußlicher Mai-Beginn! Ausgerechnet jetzt wo das Wetter besser wird.

Das der 1. Mai so ein bisschen ins Aufblühen der Natur fällt, ist nicht nur optische Untermalung die in den Sommer führt, sondern auch dafür, sich den Herausforderungen der Arbeit zu stellen und Lösungen für die Arbeitswelt des Menschen / der Völker im 21. Jahrhundert zu schaffen. Nicht nur im Missmut von Kasernen und dem Mief der Kohleöfen-Anlagen, sondern aus dem gegenwärtigen Jahr heraus, ins Neue, ins Grüne – und ich meine hier nicht die Partei. Das wäre ein feierlicher Kampf, ein würdiger „Tag der Arbeit“. Und die Musik dafür, hätte ich auch schon 😉 :

Quelle:
1 Goethe: Maximen und Reflexionen [Nachlass] Sämtliche Werke in 18
Bänden. Bd. 9, S. 622. Artemis/ dtv. Zürich / München 1949/1977 aus: Bundeszentrale für politische Bildung, 2004: Themenblätter im Unterricht, Freiheit und Gleichheit – feindliche Schwestern, Verweis: http://www.bpb.de/system/files/pdf/5H0IU0.pdf

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