Noch ein Kommentar…

…zu einem Welt-Artikel. Sebastian Turner schriebt zu dem Aussehen der NSU-Angeklagten Zschäpe:

„Ihr Auftritt und ihre Kleidung zwingen uns, die Alltäglichkeit und Normalität von Nazismus zu erkennen. Wer mit ostdeutschen Lehrern oder Landräten spricht (mit westdeutschen habe ich darüber nicht gesprochen, vielleicht sagen sie nichts anderes) ist schockiert, wie selbstverständlich und allgegenwärtig Naziideen und Naziverhalten in unserer Gesellschaft sind.“

Wieder mal so ein Moment, wo ich mir denke: Sind die eigentlich alle bekloppt?
Als wenn das „Böse“ immer so aussehen würde, das der einfache Mensch es erkennen kann. Und wieder diese Unterstellungen: Ostdeutsche wieder als Negativ-Beispiel und dann noch dieser schwammige Begriff „Naziideen und Naziverhalten“. Was soll das denn sein? Neunazis sind oft fremdenfeindlich, geleitet von Hass und einfachen politischen Ideen. Aber der Bürger der denkt, dass man nur einen gewissen Anteil von „Fremden“ in eine Stadt ansiedeln sollte, damit diese nicht unter sich bleiben und ein positives Zusammenleben stattfinden kann und für schnellere Ausweisungen von kriminiellen Ausländern ist, darf dann schon „Nazi“ genannt werden!?

Aber Herr Turner treibt es ja auf die Spitze:

Vorurteile der Mehrheitsgesellschaft

Wenn die Hauptverdächtige in einem Terrorprozess vor Gericht so erscheint, als besuche sie den runden Geburtstag einer Großtante, dann wird klar: Die Träger dieser unmenschlichen Ideen sind nicht mehr eindeutig an martialischen Springerstiefeln und eintätowierten Runen zu erkennen, die Bürgermörder kommen heute bürgerlich daher.

Wieder diese öminöse „Mehrheitsgesellschaft“, noch so ein schwammiger soziologischer Begriff, mit dem man nicht nur den Begriff des „Volkes“ ersetzen, sondern „Minderheiten“ auch die Möglichkeit geben kann, auf etwas „Vorurteilbehaftetes“ draufzuhauen.

Auch die „Zeit“ widmet sich dem Erscheinungsbild der übriggebliebenen NSU-Frau. Mit den gleichen Tendenzen:

„Ein Mensch und kein Monster“

Es gibt an diesem Fall soviel Wichtigeres (Die Hintergründe der Taten und das Verfahren an sich) und Medien stürzen sich auf diese Oberflächlichkeiten. Ein Witz.

Das wir in Deutschland keine demokratische Kultur haben, merkt man an diesen Fällen wieder nur zu gut. Es geht eben – meiner Meinung nach – darum nicht primär „gleichgesinnt“ zu sein sondern „wohlgesinnt“ und auch dementsprechend zu handeln. Da kann man sich streiten, verschieden leben – bleibt aber trotzdem beieinander.

Die einem nicht wohlgesinnten Menschen, sind natürlich auch schwer zu erkennen: Da ist der freundliche Neunazi, der in der Innenstadt mit bürgerlichen Leuten redet nur um danach antibürgerliche Pamphlete zu verbreiten. Da ist der Islamist der im Integrationsrat hockt und was von „interkultureller Kompetenz“ redet. Da ist die bürgerliche Tochter die die Mitschülerin mobt, so lange, bis sie sich umbringt. Da ist der ach-so-seriöse Politiker, der Lobbyarbeit betreibt, die Millionen von Menschen in Armut und Elend treibt. Da ist der „Antirassist“, der die Weißen hasst usw.

Das „Böse“, liegt in der Tat.

Quellen:

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