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Archiv für den Monat September 2013

Angela Merkel ist immer noch Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und wohl eine der geachtetsten Politikerinnen im westlichen Kulturkreis.

Ein Frau, die als kühl, träge und entscheidungsarm gilt – und genau dadurch ihre „unglaubliche“ Macht sichert. Nachfolger und Konkurrenz ist nicht in Sicht.

Als Staatsoberhaupt und – nach dem Bundespräsident – oberste Repräsentantin unseres Volkes, kann man nach einer quasi gewonnen Wahl erwarten, dass sie sich mit ihren Volksgenoss*innen [Ich liebe diese Sternchen *hüstel*], die sie gewählt haben gemein erklärt. Dafür gibt es – in glaub ich so ziemlich jedem Land der Erde – ein einfaches, billiges und beliebtes Ritual: Man schwenkt die Landesflagge.

Vom Bettler bis zum Millionär kann man so neben seinem Menschsein, seine Verbundenheit in seiner Volkszugehörigkeit ausdrücken und ein wohliges Gefühl gegenseitiger Akzeptanz ausstrahlen und gemeinsam gegen Ungerechtigkeit vorgehen. Die Deutschen haben das im Jahr 2006 auch wieder herausgefunden: im Sport.

Die Deutschen? Nein, wir alle sind verschieden, manche machen nicht mit.  Vor allem in der Politik gilt man schnell als bekloppt wenn man Deutschlandflaggen schwenkt.
Darunter auch unsere Bundeskanzlerin [Video unten]. Das sie durch das ignorieren dieser einfachen Geste faktisch sagt „Ihr seit mir alle herzlich egal!“ weiß wohl jeder andere Staatschef – sie leider anscheinend nicht.

„Moment, sie macht das doch nur, weil es um die Wahl ihrer Partei ging, nicht um Deutschland. Das muss man akzeptieren.“ Das ist in der Tat ein Grund zu sagen „Dann hat sie ja richtig gehandelt…“

Aber die angewiderten Züge in ihrem Gesicht sprechen Bände.

Mit dieser Geste hat sie den Charakterzug der Merkel-CDU wunderbar verkörpert: menschlich-kalt, arrogant, unpatriotisch und nur im Geschäftssinn von Fröhlichkeit ergriffen.

Das bestürzt mich sehr.

P.S.: Einige Kommentare unter dem Video erklären, warum mancher nicht die Flagge schwenken will: Er würde ja sagen, dass er zu diesen ganzen  bekloppten Kommentatoren gehört. Ich möchte es anders formulieren: Auch die Bekloppten gehören zu uns. Es ist die Frage ob wir sie gewähren lassen… Es gibt deswegen keinen Grund „Nein!“ zu Flagge zu sagen.

Der Aufkleber der Jugendorganisation der Linken „ `solid“ amüsiert mich immer wieder aufs neue.
(Hier ein Foto davon, bei der Fotocummunity.) Herzallerliebst. Ja, die Lippen eines geliebten Menschen sind wohl rund um die Welt ein unbeschreiblich verbindendes, intimes Zeichen der Liebe. Und da für den „Linken“ die Nation überwunden ist und der entfremdende Kapitalismus ausgeblendet wird, kann man sich auf diese „menschlichen“ Dinge konzentrieren.

Doch, ach, Deutschland ermöglicht es uns doch zu küssen! Die auf dem Aufkleber gezeigten küssenden homosexuellen Pärchen wären vor 50 Jahren zwar auch noch in der BRD und DDR eingesackt worden, doch in anderen Ländern hätten sie auch heute noch ein schweren Stand – oder gar keinen, weil sie sofort aufgeknüpft werden würden. Auch das heterosexuelle Pärchen könnte in anderen Teilen der Welt nicht so frei miteinander umgehen, ohne das die örtliche„Moralpolizei“ zuschlagen würde.
Über das persönliche Küssen sollte man also nicht das Gemeinwesen vergessen, das es uns ermöglicht so frei zu verfahren. Und dieses Gemeinwesen heißt in diesem Fall: Deutschland.

Bei mir ruft dieser Aufkleber daher immer nur in Erinnerung, wie sehr sich diese Menschen im Kampf gegen die Entfremdung, selber von den natürlichsten Dingen entfremdet haben: Hedonismus begründet mit dem Hass auf Kaptialismus und Nation, geschickt verkleidet als „internationale Solidarität“.

Seit einiger Zeit (ca. seit der Veröffentlichung von „Deutschland schafft sich ab“) beobachte ich, dass junge Migrant*innen sich mit Absicht, Kalkül oder aus taktischer Finesse heraus, sich dieses „Migrant“ anstecken, wenn dieses „Migrantsein“ als Opferposition von irgendjemand angesprochen wurde. Heute habe ich wieder so ein fragewürdige Stelle gefunden.

So war bei der Welt Folgendes über den Auftritt von Frau Nocun bei Ulmen TV zu lesen:

„… Ein wichtiger, geradezu spektakulärer Satz, der zum Nachdenken anregt, fällt, als es um die AfD-Partei geht. Nocun hat an der Fakultät von VWL-Professor Bernd Lucke studiert, der die Anti-Euro-Partei anführt. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund: „Erst haben sie sich nur auf Wirtschaft konzentriert, jetzt wird ganz konzentriert am rechten Rand gefischt. Ich find’s richtig schlimm, ich bin ja auch Migrantin.“ Und dann der Satz: „In den Augen von Bernd Lucke bin ich der Bodensatz der Gesellschaft.“

„Ein wichtiger, geradezu spektakulärer Satz“ war es eben nicht. Er war schlicht falsch. So weit ich weiß, hat Herr Lucke erklärt,“dass es Menschen gebe, die ins Land kämen, ohne Deutsch zu können, überhaupt ohne Bildung. Sie kämen voller Hoffnung und Naivität. Doch wegen ihrer schlechten Voraussetzungen könnten diese Menschen gar nicht zurechtkommen. Für sie bliebe nur ein Leben in Hartz IV. „Dann bilden sie eine Art sozialen Bodensatz – einen Bodensatz, der lebenslang in unseren Sozialsystemen verharrt.“ Ein dauerhaftes Leben in Hartz IV aber wäre nicht menschenwürdig. Man solle sie aus Verantwortungsgefühl auch für sie nicht ins Land lassen. Um sie zu schützen. …“ (Quelle: SZ)

Weder ist Frau Nocun auf Hartz IV angewiesen (so weit ich weiß) noch ist sie dem Deutschen nicht mächtig. (Ich behaupte sogar, sie kann es besser als ich. Als sie in der Vorschau zur Sendung angefangen hat Schillers „Handschuh“ auf zu sagen, war ich ehrlich beeindruckt.) Dazu hat sie eine durchaus treffende Beschreibung der „Generation Praktikum“ abgeliefert, deren Stoßrichtung ich aber allenfalls als arg flachen, linksliberalen Mainstream bezeichnen würde. Dazu hat sie noch den Titel „Junggesellin der Künste“ (Bachelor of Arts).

Sie ist also nicht Luckes „Bodensatz“. Warum meint sie also, dass sie dazugehöre? Weil sie aus den von ihr gelesen Medien entsprechend einseitig informiert wurde (Im Stile von „Die AfD mag Einwanderer gar nicht und Lucke bezeichnet diese als Bodensatz“), weil sie sich in der bevorzugten Opfergruppe der „Migranten“ einstellt weil es in den Medien schön wegkommt (bummsegal ob Springer oder linksliberale Zeit und Co) oder… der Vorgang wird von der Welt verkürzt dargestellt.

Wenn dieses Verhalten weiter so gedeiht, sehe ich das als gefährlich für unsere ohnehin schon arg in Bedrängnis gerate politische Kultur im Volke an, da Sachlichkeit, Diskursfähigkeit und auch Ehrlichkeit (?) weiter auf der Strecke bleiben.

Wie der „Antirassismus“ „Rassisten“ schafft und die berühmt-berüchtigte Vielfalt mit Volkstum Hand in Hand gehen kann.

„Oh nein! Nein, nein, nein, NEIN! NICHT SCHON WIEDER!“ Cundars Hand verkrampft sich um seine Tasse. So sehr, dass der frische Grüntee beinahe überschwappt. Vor ihm liegt die aktuelle Ausgabe des Spiegels. Darin der Artikel „Singen, tanzen und erpressen“, eine Reihe von Kurzinterviews mit Menschen, die „rassistisch diskriminiert“ wurden.

Als Aufmacherbild sieht man einen kleinen schwarzen Jungen der mit einer Mischung aus Erbarmungswürdigkeit und Vorfwurf in die Kamera schaut. Zum Teil bedecken schwarze Locken  die modische Brille. In der rechten Hand hält er einen weißen Teller in dessen Zentrum ein Negerkuss, politkorrekt: Schokokuss, platziert wurde. Er trägt ein gelbes Hemd auf dem eine schwarze, nach oben zeigende und geballte Faust gedruckt ist. Um das Handgelenk schlängeln sich die afrikanischen Farben rot-schwarz-grün.

Cundar schnaubt vor Wut, das Herz rast und die Schlefen fangen das Pochen an. Er liest weiter. Wieder die gleichen Geschichten, alle schlimm aber immer wieder das gleiche: Arroganz, fehlendes Einfühlungsvermögen und Bestätigung des eigenen Fremdseins.

Ich muss die Lektüre unterbrechen – Gott sei Dank – und richte das Mittagessen für meine Schwester her. Kurzes Essen, kurzes Gespräch, anschließend Küche aufräumen und dann Weiterlesen.

Wiederholungen in verschiedenen Facetten – bis zur Spitze: zwischen den ganzen Alltagsrassismus-Geschichten: ein Holocaust-Überlebender. Er erzählt aktuelle Erlebnisse, die Vergangheit wird nur angegrissen. Doch die Holocaust-Education schlägt bei mir an: „Schau hin du Deutscher, die hier abgebildeten Menschen könnten auch längst in einem Zug in ein Vernichtungslager sitzen. Und du allein bist schuld.“

Wir wissen das es immer noch solche Ar***löcher (Ich verwende das nicht nur als Schimpfwort, sondern habe eine sehr genaue Definition hiervon) gibt, die sich das tatsächlich wünschen aber sind wir in der gleichen Situation wie 1933? Nein! Lächerlich. Peinlich. Manipulativ.

Ich habe alle Geschichten gelesen. Und entschließe mich zu schreiben. Denn es sind diese fadenscheinigen Pseudo-Aufklärungsartikel die mich nicht mehr Mitfühlen lassen sondern abhärten. Die mich verachten lassen, als Trotzreaktion auf den Versuch mich belehren zu wollen, in dem aus solchen Geschichten und „antirassistischer Aufklärung“ ein geistiges Prozedere wird, das sich für mich anfühlt wie wenn mein Kopf unter Wasser gedrückt wird und erst wieder hochgezogen wird, wenn ich kurz vor’m Ersticken bin. Read More

Meine Gefühle und Gedanken zur baldigen Bundestagswahl.

Vor 200 Jahren, 1813, haben unsere Vorfahren sich vom französischen Joch befreit, nur um dann von ihren Fürsten um das versprochene freiere Leben betrogen zu werden. Liest man heute in den üblichen Blättern / Blogs darüber, gewinnt man den Eindruck, dass selbst überzeugte Linksliberale Anhänger von Diktatur und Militarismus werden können. Bei manchen Texten schlägt eine Stimmung mit wie: „Europa und im besonderen Deutschland hätten bloß französisch und napoleonisch bleiben sollen. Dann wäre der ganze andere Mist im 20. Jahrhundert nicht passiert!“ Ach ja…

100 Jahre später, im Jahr 1913, lebte man einen gewöhnlichen Sommer und war doch nervös. Aufrüstung und gesellschaftliche Verwerfungen gediehen unter dem Alltag. Ein Jahr später ging die Urkatastrophe „1. Weltkrieg“ los und beendete die Machtstellung europäischer Nationen auf der Welt oder übergab sie einem langsamen Siechtum. Der 2. Weltkrieg übertraf, wie es sich für ein gescheites Sequel gehört, in Grausamkeit und Zerstörung den vorherigen Teil. Die Welt erbebte unter dem Ende dieses Krieges und gebar gewaltige Machtblöcke und Revolutionen. Am Ende implodierte das eine System und ließ – vom Selbstbewusstsein her – eine Lebenseinstellung und Wirtschaftssystem ins Leere taumeln, wie ein Ringer dessen Gegner sich mitten im Angriff in Luft auflöst.

Im jetzigen Jahr 2013, begegnet man einem fast nicht existenten Wahlkampf in Deutschland. Die immer gleichen Ausdrücke auf den Gesichtern, die gleichen Phrasen und unproduktiven Diskussionsrunden im Fernsehen. Die Diskussion zwischen zwei Spitzenkandidaten wird von der Diskussion über einen moderierenden Komödianten und eine schwarz-rot-goldne Kette schon fast vergessen. Read More