Katharina Nocun ist Luckes „gesellschaftlicher Bodensatz“? WTF!?

Seit einiger Zeit (ca. seit der Veröffentlichung von „Deutschland schafft sich ab“) beobachte ich, dass junge Migrant*innen sich mit Absicht, Kalkül oder aus taktischer Finesse heraus, sich dieses „Migrant“ anstecken, wenn dieses „Migrantsein“ als Opferposition von irgendjemand angesprochen wurde. Heute habe ich wieder so ein fragewürdige Stelle gefunden.

So war bei der Welt Folgendes über den Auftritt von Frau Nocun bei Ulmen TV zu lesen:

„… Ein wichtiger, geradezu spektakulärer Satz, der zum Nachdenken anregt, fällt, als es um die AfD-Partei geht. Nocun hat an der Fakultät von VWL-Professor Bernd Lucke studiert, der die Anti-Euro-Partei anführt. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund: „Erst haben sie sich nur auf Wirtschaft konzentriert, jetzt wird ganz konzentriert am rechten Rand gefischt. Ich find’s richtig schlimm, ich bin ja auch Migrantin.“ Und dann der Satz: „In den Augen von Bernd Lucke bin ich der Bodensatz der Gesellschaft.“

„Ein wichtiger, geradezu spektakulärer Satz“ war es eben nicht. Er war schlicht falsch. So weit ich weiß, hat Herr Lucke erklärt,“dass es Menschen gebe, die ins Land kämen, ohne Deutsch zu können, überhaupt ohne Bildung. Sie kämen voller Hoffnung und Naivität. Doch wegen ihrer schlechten Voraussetzungen könnten diese Menschen gar nicht zurechtkommen. Für sie bliebe nur ein Leben in Hartz IV. „Dann bilden sie eine Art sozialen Bodensatz – einen Bodensatz, der lebenslang in unseren Sozialsystemen verharrt.“ Ein dauerhaftes Leben in Hartz IV aber wäre nicht menschenwürdig. Man solle sie aus Verantwortungsgefühl auch für sie nicht ins Land lassen. Um sie zu schützen. …“ (Quelle: SZ)

Weder ist Frau Nocun auf Hartz IV angewiesen (so weit ich weiß) noch ist sie dem Deutschen nicht mächtig. (Ich behaupte sogar, sie kann es besser als ich. Als sie in der Vorschau zur Sendung angefangen hat Schillers „Handschuh“ auf zu sagen, war ich ehrlich beeindruckt.) Dazu hat sie eine durchaus treffende Beschreibung der „Generation Praktikum“ abgeliefert, deren Stoßrichtung ich aber allenfalls als arg flachen, linksliberalen Mainstream bezeichnen würde. Dazu hat sie noch den Titel „Junggesellin der Künste“ (Bachelor of Arts).

Sie ist also nicht Luckes „Bodensatz“. Warum meint sie also, dass sie dazugehöre? Weil sie aus den von ihr gelesen Medien entsprechend einseitig informiert wurde (Im Stile von „Die AfD mag Einwanderer gar nicht und Lucke bezeichnet diese als Bodensatz“), weil sie sich in der bevorzugten Opfergruppe der „Migranten“ einstellt weil es in den Medien schön wegkommt (bummsegal ob Springer oder linksliberale Zeit und Co) oder… der Vorgang wird von der Welt verkürzt dargestellt.

Wenn dieses Verhalten weiter so gedeiht, sehe ich das als gefährlich für unsere ohnehin schon arg in Bedrängnis gerate politische Kultur im Volke an, da Sachlichkeit, Diskursfähigkeit und auch Ehrlichkeit (?) weiter auf der Strecke bleiben.

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