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Die WahrheitIn einem persönlichen und treffenden Beitrag hat der Hauptautor bei Young German die aktuelle Situation, in der sich unsere „Öffentlichkeit“ befindet, geschildert.
Eine „Art der Gleichschaltung“ deutscher  Medien verhindert eine einigermaßen realistische Einschätzung der Lage und ermöglicht es Sternchen, Eliten, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und politischen Aktivisten, nahezu unangefochten ihre Vision in die Wirklichkeit umzusetzen.

Ja, die anderen haben die Macht, denn sie können handeln, sie können etwas tun. Große Demonstrationen mit angesagten Rock-Bands versammeln zehntausende von Menschen, Politiker stellen sich an die Seite von Filmstars um deren Stiftung zu fördern und eben diese NGOs werden zu Hilfskräften staatlicher Organisationen. Mittlerweile ist etwas entstanden, das eine Freundin von mir schlichtweg eine „Bewegung“ genannt hat. Vollkommen unpolitische Menschen arbeiten jetzt Seite an Seite mit hochpolitisierten Köpfen, dass Ergebnis war eine Art August-Erlebnis. „Zusammen heißen wir Flüchtlinge gekommen!“. Ergänzen musste man „Ohne wenn und aber!“ Aufgefangen wurden sie von Strukturen die in den letzten ca. drei Jahren immer weiter wachsen konnten: rein gesinnungsethisch motivierte Menschen, vom radikalliberalen Schreibtischtäter bis zum linksextremen Straßenschläger, haben eine Atmosphäre auf der Straße, in Klassenzimmern, Betrieben,  Internetforen usw. geschaffen, in denen Kritiker einer bedingungslosen „Open-Border-Politik“ sofort denunziert und als Menschenfresser dargestellt werden können. Selbst sachliche Kritik, untermauert mit Zahlen und einem breiten Fachwissen, wird mit einem einfach „rechtspopulistisch“ abgetan. Glücklich kann sich der schätzen, der in seinem Umfeld noch Menschen hat, die einer echten Diskussionskultur gewogen sind. Read More

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Die Jungdeutschen

Denkanstoesse-01Sehr geehrter Leser,
sehr geehrte Leserin,

der Umgang mit PEGIDA war auch bei der letzten jungdeutschen Konferenz Hauptthema. Auf PEGIDA selbst gehen wir jetzt nicht ein. Kurzgefasst hatten wir einige Erkenntnisse zum Umgang damit.

PEGIDA wird von etablierten Kräften größer inszeniert, als es eigentlich ist. Hysterische und übertriebene Gleichsetzung durch Medien, Politiker und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen von PEGIDA mit Nazis und Vergleichbaren erfüllen ihren Zweck: Menschen in Deutschland und anderswo bekommen Angst vor und Hass gegen die Demonstranten in Dresden. Zwar sind einige Teilnehmer und auch Organisatoren Extremisten und/oder Verwirrte, aber eine überragende Zahl eben nicht. Der Versuch einer Analyse.

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Zur Wortwahl in Akif Pirinccis „Deutschland von Sinnen“

Akif Pirincci hat ein Sachbuch geschrieben in der er den „irre[n] Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“ kritisiert, vielmehr schlicht beschimpft. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, wohl aber die zahlreichen Rezessionen und Verrisse. Mittlerweile hat er wahrscheinlich Sarrazin als Hassobjekt bestimmter „progressiver-emanzipatorischer“ Kreise überholt. Immerhin sind seine Behauptungen, Ausführungen und Thesen direkter –  und unwissenschaftlicher – als die von Sarrazin und von der Wortwahl grob vulgär. „Ausgezeichnet“ wurde er unter anderem mit den „Titeln“: (Brutalo-) Rechter, Menschenverachter, Rechtspopulist, Hetzer und – Hurra, Königsklasse! – einem Hitler-Vergleich.

Die Verwendung einer solch krass-ungezogenen und unerhörten Sprache stößt – auch mich – ab. Das aber jetzt vor allem seine Kritiker und Gegner diese verwendete Wortwahl als Zeichen der Verkommenheit dieses Werkes deuten, finde ich ausgesprochen amüsant. Read More

Nun, von mir gab es hier lange nichts mehr zu sehen. Durch Zufall bin ich über eine kleine (satirische) Typisierung von Atheisten gestolpert, bei der mir ob dieser Treffsicherkeit (u.a. die Zeichnungen!) ein bisschen das Herz aufgegangen ist, dass ich sie hier gleich weiterverbreiten möchte.
So gesehen, wünsche ich allen Lesern einen beschwingten Start in ein gesegnetes Jahr 2014!

Gardinenpredigerin

Bitte erst die Einleitung lesen. Wir wollen ja keine Verletzten!

Apologetik gehört zu meinen Lieblingsspielen. Und dazu kam es nicht ganz freiwillig. Bereits in der Schule wurde ich mit diversen Argumenten, bis hin zu Bileidigungen konfrontiert. Ich ging auf eine Schule in der Stadt mit ausschließlich gut situierten Mitschülern aus Elternhäusern, die sich wahnsinnig gebildet vorkamen, und diese waren der Meinung, dass ich DRINGEND über die schrecklichen Begleiterscheinungen von Religion und besonders Katholizismus aufgeklärt werden müsse.

Ich bringe auf diesem Gebiet also eine gewisse Übung mit. Im Laufe der Zeit lernte ich, dass Angriff eine der besten Verteidigungen ist, da sich die meisten Kritiker als Vertreter eines gesellschaftlichen Consens und paradoxerweise zeitgleich unheimlich subversiv fühlten. Einerseits dachten sie, ihr Standpunkt sei für einen intelligenten Menschen sofort logisch ersichtlich und der einzig Vernünftige, andererseits hielten sie sich für unfassbar originell. Es kommt in jedem Fall überraschend für sie, wenn man sich…

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Kol. maerzkaempfer hat sich diesmal Thomas Manns „Betrachtungen eines Unpolitischen“ vorgenommen. Er behandelt dabei inwiefern der der von Mann gescholtene „Zivilisationsliterat“ bis heute gilt und was er überhaupt ist. Lesenswert.

Die Jungdeutschen

Als Thomas Mann seine „Betrachtungen eines Unpolitischen“ schrieb, war er noch streng deutschnational und kriegsbejahend gesinnt. Das sollte sich bald ändern: Schon kurze Zeit später distanzierte sich Mann von seinem schriftstellerischen Beitrag zum Ersten Weltkrieg und avancierte zum Vernunftrepublikaner, der die Weimarer Republik publizistisch gegen ihre Feinde von rechts und links verteidigte. Manns frühe Betrachtungen sind allerdings nicht einfach als dumpfe Kriegspropaganda abzustempeln, sondern stellen große Literatur dar, die darüber hinaus immer noch wichtige Einsichten politischer und kultureller Art zu vermitteln in der Lage ist. Mit Blick auf seinen Bruder Heinrich –damals pazifistisch eingestellt und ein eifernder Gegner des heraufziehenden Krieges – entwarf Mann die Figur des Zivilisationsliteraten, der gegen sein eigenes Land als intellektueller Agent der Westmächte publizistisch zu agitieren begann. Natürlich ist diese Figur stereotypisch überzeichnet; wir dürfen aber davon ausgehen, dass dieser Typus damals zuhauf Repräsentanten fand – und bis heute findet. Thomas Mann verketzert das Zivilisationsliteratentum…

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Schon eine Woche her aber immer noch aktuell: Am Wahltag sprach Herr Lucke von „Entartung“ der Demokratie und des Parlamentarismus und auf der AfD-Facebook-Seite wurde ein Foto gezeigt mit dem Spruch „Danke, Bernd“ vor dem Foto des Sprechers mit grüßenden rechten Arm.

Das Ergebnis ist das hemmungslose In-Bezug-Setzen der AfD zur NPD und noch mehr der NSDAP.

Viel wurde wieder darüber geschrieben, deswegen möchte ich nur noch anmerken, dass hier ein Grundzug im politischen System wieder deutlich wird, der mir Bauchschmerzen bereitet: dieses Ewiggestrige d.h. das stumpfe und bewusste Festhalten an der NS-Sprache als Werkzeug der Diffamierung.

Vertreter der etablierten Parteien und Medien „feierten“ die Entartungs-Äußerung von Lucke mit den üblichen Floskel á la „Das haben die Nazis auch gemacht“. Mittlerweile sind im Netz aber schon massenweise Zitate von Schäuble bis Helmut Schmidt und anderen Etablierten aufgetaucht, in denen ebenfalls von Entartung gesprochen wird.
Zum Begriff Entartung und seiner vielseitigen Bedeutung – auch im gesellschafts-politischen Kontext –  empfehle ich den Artikel von Kollegen märzkämpfer.

Die andere Sache mit dem Bild ist in so fern schade, dass der Facebook-Verantwortliche der AfD das Bild schon gelöscht hat. Das kommt schon fast einem Schuldeingeständnis gleich.
Allerdings geriet dieser Versuch zur Diffamierung wohl zu platt: Kopfschütteln in vielen Fällen, im Netz und darüber hinhaue. Wenn Herr Lobo davon spricht, dass „das Bild […] mustergültig für rechtspopulistische Kommunikation im Netz stehen [kann]. Dabei wird durch Andeutungen und unterschwellige Hinweise ein Graubereich geschaffen, den die Anhänger nach ihrem Geschmack ergänzen und ausdeuten.“ mag das im ein oder anderen Fall stimmen, kann sich aber eben auch als paranoid und „verschwörungstheoretisch“ anhören.

Die Etablierten (in Politik und Medien) haben leichtes Spiel mit der „Nazi-Keule“ unliebsame Konkurrenz mit vermeidlich oder tatsächlich „rechten“ Positionen aus dem Weg zu räumen, wie früher – im Kaiserreich – „der Sozialist“ in manchen Kreisen eine Unverschämtheit war. Ich befürchte, dass dadurch nicht nur das demokratische, eben nicht rein „linke“, System leidet sondern auch der Kampf gegen die wirklich Extremisten abstumpft, da man ja mit „Kanonen auf Spatzen“ schießt und diese Kanonen dann im wirklich Kampf fehlen.

Ein dritter Punkt ist, dass in letzter Zeit auch immer wieder Kommentare von AfD-Anhängern herangezogen werden, um der ganzen Partei eine „rechte“ (d.h. im Sinne des Durchschnitts-Deutschen „rechtsextreme“) Gesinnung zu geben. Vermieden wird, die differenzierten Antworten und (aber eben nicht rein „linken“) Diskussionen anzusprechen, die auch stattfinden. Amüsant ist auch, dass das Internet „Troll-Land“ ist, man also nicht jeden Spinner und jedes Arschloch (Ich erinnere daran: Ich habe für diese Begriff eine genaue Definition im politischen Sinn) ernst nehmen kann. Auf der Facebook-Seite von verschiedenen Organisationen „linker“ bzw. etablierter  Parteien finden sich auch diverse Äußerungen jenseits des guten Geschmacks und Anstandes. Und das sind Parteien die schon lange existieren…